Ein Herz und eine Seele

Apostelgeschichte 4,32-37

Hier finden sie den. soundtrack der Predigt.

32 Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. 33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 34 Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35 und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. 36 Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde — das heißt übersetzt: Sohn des Trostes -, ein Levit, aus Zypern gebürtig, 37 der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

Warum dieser Text so interessant ist?

Ein Text erhält einen neuen Platz in der Predigtordnung

Dieser Text spielte bisher ein Schattendaasein. Er war am 13. Sonntag nach Trinitatis unter weitern Predigtexten, den sogenannten Marginaltexten. Jetzt hat er in der neuen Predigtordnung von 2017 einen Hauptplatz bekommen. Ich jedenfalls habe über ihn noch nie gepredigt.
Warum haben frühere Kommissionen ihm nur eine Randstellung eingeräumt? War er ihnen 1978 bei er letzen Revision noch zu politisch? Zu kommunistisch gar? Und warum traut man sich ihn jetzt wieder mehr in das Bewusstsein der Gemeinden zu rücken?

Christlicher Urkommunismus?

Die Gütergemeinschaft der ersten Christen, wie sie hier beschrieben wird, wurde immer wieder auch als christlicher Urkommunismus bezeichnet:

sondern es war ihnen alles gemeinsam.

So ist es verständlich, dass man 1978 zu Zeiten des eiserenen Krieges den Ideologen auf der anderen Seite des eiserenen Vorhangs keine Munition liefern wollte.

Nährboden für Utopien

Der Kommunismus so wie ihn Marx sich vorgestellt hat, hat sich als eine politische Utopoie herausgestellt.
Utopie das heißt: Etwas zu beschreiben, was es so in der Wirklichkeit (noch) nicht gibt. Auf jeden Fall sind alle Bemühungen den Kommunismus zu verwirklichen gescheitert.
Auch unser Text enthält Anspielung auf eine politische Utopie der Antike: In Platons Staat lebten die Wächter in Gütergemeinschaft, um sich besser auf ihre Aufgabe konzentrieren zu können, den Staat zu behüten Und es gab im griechischischen, wie auch im jüdischen Umfeld verschiedene Gemeinschaften, die Gütergemeinschaft praktizierten.

Was macht unseren Text so anders?

Freiwilligkeit als Vorrausetzung

Im Unterschied zum politischen Kommunismus bestand in den Urgemeinden kein Zwang zur Gütergemeinschaft.
Es war ein Akt der Liebe und des Glaubens, wenn Gläubige ihren Besitz in die Gemeinde einbrachten.
Ein Herz und eine Seele zu sein war Vorrausetzung dafür, dass die vorhanden Güter untereinander geteilt wurden.
Im Kommunismus aber versuchte man die Einheit zwangsweise herbeizführen. Privateigentum wurde als die Quelle allen Übels verstanden. Nach dessen zwangsweiser Abschaffung, so glaubte man, wären die Menschen dann automatisch ein Herz und eine Seele, der paradiesische Urzustand!
Auch Paulus betont die Freiwilligkeit:

2Kor 9:7 Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

Das Fürsorgesystem der Urgemeinde

Es wird in diesem Text auch nicht im kommunistischen Sinne davon gesprochen, dass das Privateigentum aufgebhoben wird, sondern eher von einer gemeinsamen Sozialkasse:

Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35 und legte es den Aposteln zu Füßen;

Dadurch, dass die Jerusalemer Gemeinde viele Glieder hatte, die nicht in Jerusalem zuhause waren, z.B. die Jünger aus Galliläa, hatten diese in Jerusalem selber kein Einkommen und mussten mitvesorgt werden.
Ein ähnliches System finden wir in Apostelgeschichte 6, wo von der Versorgung der Wittwen berichtet wird:

Acts 6,1 In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung.

Es ging dabei immer darum, konkret auf Nöte zu reagieren

und man gab einem jeden, was er nötig hatte.

Martin Luther hat sich dann auch auf unsere Stelle bezogen als er nach der Schließung der Klöster in den evangelischen Gemeinden, eine Sozialkasse für Arme eingeführt hat.
Allerdings im Unterschied zur Refomration und heute wurde damals in der Urgemeinde keine Almosen in die Kasse einbezahlt.
Nicht nur wenige Münzen in den Klingebeutel.
Sondern große Summen.
Grundstücke wurden verkauft und der Erlös der Gemeinde gespendet.
Es hat also tatsächlich eine Umverteilung stattgefunden. Die Besitzenden haben sich von ihrem Besitzt getrennt, damit die Armen versorgt werden konnten!

Der Grund: Jesus Christus

Was die ersten Christen gemacht haben und wie sie es gemacht haben, ist jetzt weitgehend klar?
Aber warum haben sie ihre Habe miteinadner geteilt?

33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

Es war kein Gesetz, kein Zwang, sondern die Liebe. Diese Liebe aber gründete auf die Auferstehung Jesu Chriti, der durch die Liebe am Kreuz den Tod besiegt hatte.
Sie war alle in Jesus Christus reich beschenkt, und konnten deshalb sich selbst und ihre Güter verschenken.
Aus dieser Perpektive heraus kamen sie zur der Grundhaltung

auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.

Weil Jesus Christus ihr höchstes Gut war, spielte der eigene Besitz nicht mehr die entscheidenend Rolle. Und sie konnten sich von ihm in Liebe und freiwiliig trennen.

Ideal oder Gemeinschaft in Christus

Dietrich Bonhoeffer schreibt in seinem Buch "Gemeinsames Leben" von 1939

Christliche Gemeinschaft ist nicht ein Ideal, das wir zu verwirklichen hätten, sondern ist eine von Gott in Christus geschaffene Wirklichkeit, an der wir teilhaben dürfen.

Wo Christus und sein Wort nicht mehr im Mittelpunkt steht da bleibt nur die psychische Gemeinschaft.
Ihr Grund, so fährt Bonhoeffer fort,

ist das dunkle, undurchsichtige Treiben der menschlichen Seele

Deswegem kann der Kommunismus auch nicht funktionieren. Denn dort wo Jesus Christus nicht mehr im Mittelpunkt steht, sind wir diesem dunklen und, undurchsichtigen Treiben ausgeliefert.

Große Gnade

Gemeinschaft als Gnade

Was mich bei Bonhoeffer persönlich angesprochen hat ist der Satz

Sichtbare Gemeinschaft ist Gnade

Es ist nicht selbstverständlich, das wir diese Gemeinschaft in Christus erleben können. Sie ist ein Gnadengeschenk
Oft führt uns Gott auch in die Einsamkeit und wir müssen mitten unter den Feinden Christi leben.
So wie Jesus am Kreuz
Paulus und Bonoeffer im Gefängnis
Oder wie die Jerusalemer Urgemeinde, die nach dieser Gnadenzeit durch Verfolgung in alle Länder zerstreut wurde, um das Evangelium zu verkündigen.

Die Gnadenzeit der Urgemeinde

Über die ersten Christen in Jerusalem heißt es in unserem Predigttext

und große Gnade war bei ihnen allen.

Was heißt dieser Satz?
Die Gnade war mit ihnen, weil es ein starkes Zeugnis für den auferstandenen Herrn gegeben hat. Soweit so gut.
Aber dieses Zeugnis war kein leeres Geschwätz.
Nicht umsonst hat der Kirchenhistoriker Adolf von Harnack in seinem Werk "Mission und Ausbreitung des Christentums in den ersten drei Jahrhunderten" fesgestellt, dass die effektive Armen- und Krankenfürsorge ein Grund für die rasche Ausbreitung des Christentums war.
Alle Menschen sahen und spürten:
Der Aufertandene wirkt unter den Christen
Seine Liebe ist so stark, dass Menschen seinem Gebot an den reichen Jüngling folgen:

Mark 10,21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!

Die Christen in Jerusalem haben dieses Wort Jesu befolgt. Das die Jerusalemer Gemeinde keine Rücklagen gebildet hat und dann auf die Hilfe anderer Gemeinden angewiesen war, ist eine andere Geschichte.

Seine Liebe ist so stark, dass sich die Christen um die Bedürtigten kümmern

Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte;

Hier war in Jesus Christus ein neues Zeitalter angebrochen, in dem Liebe und Barmherzigkeit, die Not dieser Welt besiegten.

Die Liebe des Auferstandenen ist so stark, dass Menschen ein Herz und eine Seele sind, eine starke lebendige Gemeinschaft

Diese Gnade der Gemeinschaft in Jesus Christus schenke Gott unserer Gemeinde!
Amen

Pfingsten

Pfingsten Apg 2,1-18

Hören sie hier den soundtrack

Was ist los?

Jesus ist fort

  • gespannte Erwartungen

  • Furcht vor Verfolgungen

  • verschließen sich im Raum

Gedanken der Jünger

  • War es das jetzt?

  • Werden wir alle sterben, wie Jesus?

  • Was hat das allles zu bedeuteten?

Mischung aus Furcht und Hoffnung

Das Ereignis

Äußere Zeichen

Brausen vom Himmel

  • Geist als Wind

1Kön 19,12 Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.

erfüllte das ganze Haus

2Chr 7,1 Und als Salomo sein Gebet vollendet hatte, (a) fiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer, und (b) die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus,

Feuerzungen

  • reinigende Kraft

Auswirkungen

  • Coming out
  • Überwindung der Frucht
  • Vom Zweifeln zum Bekennen
  • Vom Schweigen zum lauten Sprechen
  • Vom Nichtverstehen zum Verstehen
  • Die Sprachbarieren die aus der Sicht der Bibel seid dem Turmbau von Babel entstanden sind werden überwunden

Deutung

  • schon damals umstritten

sie sind voll des süßen Weins

  • Braucht der Ausdeutung durch die Predigt und das Alte testament

  • Petrus beruft sich auf den Propheten Joel

Ap. 2,16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist: 17 »Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, daß ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Traumgesichte haben; 18 und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen.

Damit wird deutlich: Was hier passiert ist Gottes Werk. Es sind nicht ein paar Verrückte die ausflippen. Es ist vorhergesagt. Und jetzt ist es erfüllt.

Wie gehen wir heute damit um?

Haben charismatische Erfahrungen in der Großkirche überhaupt ihren Platz?

Ich habe schon viel gehört in unser bayerischen Landeskirche

  • Das hat hier bei uns keinen Platz
  • Das hat hier keine Tradition

Ist das nur etwas für die Pfingstkirchen oder charismatische Sondergruppen

  • Sind wir nur eine Kirche des Wortes

  • die sich nicht auf eine zweideutige Erfahrung einlässt?

Warum aber steht das dann in der Bibel?

  • im AT und NT wird über den Geist berichtet?

der durch die Propheten gesprochen (heißt es im Nicaenum)

zudem ist Pfingsten doch die Geburtsstunde unserer Kirche?

  • jeder Kirche

  • und damit auch der Lutherischen

Der Gehalt - Pfingsten als soziale Erfahrung

sie waren zusammen an einem Ort

keine mystische Einzelerfahrung

Dass der Heilige Geiste einzelne Menschen tief berührt.
Das er ihnen tief ins Herz spricht
Ihnen Jesus ganz nahe bringt
Das kommt auch vor, jeden Tag
Und es damals zu Pfingsten auch passiert
Aber das Besondere war, dass sie es alle zusammen erfahren haben.

Unterscheidet sich auch von der Zugenrede, die Paulus erwähnt= Sprachwunder

  • individuelle Gabe
  • Engelsprache
  • dient der eigenen Auferbauung

eine öffentliche Erfahrung

  • sie findet nicht mal in einem Gebäude sondern aufe einem öffentlichen Platz statt
  • alle können das Evangelium hören
  • alle können die Jünger sehen

begleitet durch die Predigt

sie hat Auswirkung auf die Kirche: positiv

  • keine Spaltung
  • Zuwachs von Gläubigen

Wo machen wir diese Erfahrung heute?

Wir haben alle positive Erfahrungen mit Gemeinschaft, sonst wären wir heute morgen nicht hier

  • Beim Gottesdienst
  • Feste (Jakoberkirchweih)
  • Bibelfrühstück
    Und wir vermissen diese Art von sozialen Kontakten jetzt gerade sehr

Aber wir lieben Veranstaltungen, wo wir uns sicher fühlen

Ein gutes Beispiel dafür ist unser traditioneller liturgischer Gottesdienst

  • es ist alles geregelt
  • bis auf das Singen der Lieder (und das ausführliche Singen vermissen wir jetzt besonders)
  • ich brauche, wenn ich nicht will, nichts Persönliches von mir preisgeben
  • ich kann die Türen meines Herzens verschlossen halten, wie die Jünger ihre Türe verschlossen hatten aus Angst vor den Juden

Wir sind schon sehr merkwürdige Wesen

Wir sehen uns nach tiefer echter Gemeinschaft

  • Wir brauchen Beziehungen
  • Unser Gehirn ist darauf angelegt
  • gerade in Zeiten des social distancing wird uns das neu bewust
  • wir haben einen Hunger nach sozialer Nähe

Aber gleichzeitig haben wir davor Angst

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß

  • Angst voreinander
  • Angst sich bloss zu stellen
  • Angst, das Falsche zu sagen
  • Angst vor religiöser Erfahrung

eigenes Thema:

Durch die Erfahrung er Vergebung durch Jesus Christus am Kreuz wird die Angst überwunden. Auch das ist das Werk des Hl. Geistes. Erlösung und Versöhnung

So bleibt Pfingsten aktuell

  • Es ruft uns auf zu gemeinsam Warten, Hoffen, Beten, wie die Jünger amals

  • Darum zu bitten, dass wir unsere Angst voreinenader überwinden

  • Pfingsten gibt uns die Hoffnung , dass Gottes Geist uns verbindet und uns tiefe Gemeinschaft schenkt.

  • Dass Gott es ist, der die Kirche am Lebe erhält durch und in seinem Sohn Jesus Christus, dessen Geist in uns lebt. Amen

Der unfassbare Hl. Geist

Was mich am Hl. Geist ärgert, ist dass er so unfassbar ist.
Wenn es um Jesus geht, dann haben wir umfangreiches Material in den Evangelien. Eine historische Persönlichkeit. Manches mag zwar umstritten sein, aber wir haben ihn immerhin.
Auch bei Gott dem Vater gibt es einiges zu bereden. Es geht ja darum, ob und wer die Welt erschaffen hat.
Aber beim Geist. Er ist geradzu glitschig, nicht umsonst wird er ja mit Wasser verglichen, er ist flüchtig wie der Wind und fliegt wie eine Taube davon.
Mein ganzes Leben bin ich jetzt schon auf der Suche nach ihm. Forsche, frage, erfahre und scheine doch nicht weiter zu kommen.

Geist als empirischer Begriff

Man kann ihn noch eingermaßen als ein individuelles und interpersonelles Phänomen beschreiben. Neurologisch und soziologisch gibt es darüber viel zu sagen. Doch leider finde ich dazu in vielen Theologiebüchern nichts. So wird das Menschliche oft ausgeklammert. Und viele sind über diese Falle gestolpert in dem sie menschliche Phänomene mit dem Etikett "heilig" versehen haben.
Man meinte es wäre ein göttliches Phänomen und landet dann doch wieder auf dem Boden der irdischen Wirklichkeiten. Das ist Geist als empirischer Begriff.
Hier lasssen sich tatsächlich einfache Aussagen machen: Geist ist wenn es fließt. Wenn es einfach ist. Wenn ich mich, wenn wir uns leicht und unbeschwert fühlen. Geist das ist der Flow.
Es geht dabei um zentrale Fragen des ganzheitlichen Wohlbefinden eines Menschens. Und es werden dabei wichtige Fragen der Selbssteuerung des Menschen berührt.

Geist als virtueller Begriff

Doch das, was die Bibel und die altkirchlichen Bekenntnise über den Geist lehren, ist noch mal etwas ganz Anderes: der Geist ist keine menschliche Dimension, sonder eine Dimeinsion des Göttlichen. Er ist nicht nur eine unpersönliche Naturkraft, sondern hat an Gottes Personalität Anteil. Damit ist der Geist nicht nur Erfahrung, sonder ein virtueller Begriff, ein Symbol. Es interpretiert Erfahrungen und es verändert Erfahhrungen. Allerdings sind diese Pneumatologien mit Vorsicht zu genießen. Denn sie machen es kompliziert.
Sie sind deshalb nur noch bedingt für Selbststeuerungsprozesse verwendbar.

Das Vaterunser

Das Vaterunser

Predigttext

Matth 6,6-15 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 9 Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. 11 Unser tägliches Brot gib uns heute. 12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.] 14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. 15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Die Mitte der Bergpredigt , das Leben in der Mitte gerahmt von Gott

Vaterunser nimmt eine zentrale Stelle in der Bergpredigt ein

Es liegt genau in der Mitte
Damit ist das Gebet das zentrale Thema der Berpredigt
Und Gebet sollte das zentrale Thema unseres Lebens sein

Komposition des Vaterunser

Unser Leben umrahmt, gerahmt von Gott
Aussage von Gott am Anfang und am Schluss
Dazwischen Aussagen, die um unser Leben gehen

In der Mitte steht das Leben, so wie es ist

Der Kampf und das tägliche Brot

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir zu Essen haben

Oder man könne in unseren unischeren Coronazeiten auch sagen:

  • Wir leben von einem Tag auf den anderen

Man weiß wie abhängig man ist

  • Wenn man von einem Tag auf den andern plant
  • wenn man auf Arbeitssuche ist
  • Wenn man durch eine Krankheit nicht weiß, was morgen kommt
  • oder eben jetzt in Coronazeiten, nicht weiß was der nächste Tag bringt

Situation der Tagelöhner

  • Andere Übersetzung: gibt uns heute das Brot für morgen
  • Von einem Tag auf dem anderen leben

Der Kampf um Schuld und Vergebung

oder man könnt auch sagen; die Sorge um gute Beziehungen
denn Bezieungen sind immer wieder bedroht

Schuld passiert

  • Menschen verfehlen sich an die Liebe zueinander

Wir sind aufgefordert zu vergeben

Aber es sind nicht nur die andere die Mist bauen

  • Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet
  • Splitter und Balken
  • Jesus warnt später in der Bergpredigt davor, die Schuld nur bei den andern zu sehen

Und vergib uns unsere Schuld

  • Die eigene Schuld, die eigenen Fehler zu sehen
  • Das ist oft schwierig

Der Kampf gegen Versuchung und das Böse

Wir sehen Versuchung oft als harmlos an

  • Süße Versuchung: Schockolade

Warum tun Menschen immer wieder das

  • Was sie eigentlich nicht tun sollten
  • Selbst nach bestem Gewissen nicht
  • Und trotzdem hauen sie in die Kerbe und tun das, was nicht gut und richtig ist?

Wer der Versuchung nachgibt

  • Liefert sich dem Bösen aus
  • Begibt sich in Abhängigeiten
  • Und braucht dann tatsächlich Erlösung

Wieder ist die Bibel, wie wir so oft gesehen haben sehr realistisch

Sie weiß um die Wirklichkeit des Lebens

wie z.B. auch die Seligpreisungen

  • Selig sind die Leid tragen
  • Selig sind die hungern und dürsten nach der Gerichtigkeit
  • Selig sind verfolgt werden

Das ist also das Leben, unser Leben

  • Es ist Angst und Sorge
    • Um das tägliche Brot
    • Um das tägliche Überleben
  • Es ist die Suche nach Liebe und Annahme
    • Inmitten von Schuld
    • Und Verletzungen
  • Es die Suche nach Heil und Bewahrung
    • Inmitten von Versuchung
    • Und unguten Kräften die auf uns einwirken

Ist es also eine Alternative dieses leben von Gott rahmen zu lassen

Das Vaterunser stellt unser Leben noch mal in ein neues Licht

Wie in der Bergpredigt

Matth 5,2 ff: Selig sind die Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden
Selig sind die hungern und dürsten nach Gerechitkgeit, denn sie sollen satt werden
Selig sind die um der Gerechtigkeit weil Verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich

Matt. 6:34   Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.«

Gebete ist immer wieder der bewusste Handlung unser Leben in diesen Rahmen zu stellen

Ein Reframaming wie die Psychologen sagen

Es braucht dazu nicht viele Worte

In vier einfachen Bitten legen wir unser ganzes Leben vor Gott

  • Gibt uns unser täglich Brot
  • Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
  • Und führe uns nicht Versuchung
  • Sondern erlöse uns von dem Bösen

Gebet ist

  • Gott unser Leben vor die Füße zu legen
  • Ihn in unser Leben einzulassen

Gleichzeitig geschieht damit aber auch eine Verschiebung

"dein" nicht "mein"

  • dein Name werde geheiligt
  • dein Reich Komme
  • dein Wille geschehe
  • denn dein ist das Reich….

und eben nicht

  • mein Name werde hochgejubelt
  • meine Herrschaft über Dinge und Menschen
  • mein Wille

Die Anrede

Vater

  • aramäisch Abba
    • Richtige Übersetzung ist Papa (JMEM)
  • einmalige nur von Jesus so gebrauchte Anrede
  • Nähe Gottes zu seinen Kindern
  • Ausdruck der Fürsorge und Liebe
  • aber auch unsere Verantwortung als seine Kinder

unser

  • nicht nur mein Vater
  • auch der Vater des anderen
    • der Arbeitskollegen den ich nicht mag
    • der Schulkamerad, der mich ärgert

Vaterunser spiegelt unser Leben

In der Mitte steht unser Leben

  • Ein sehr zerbrechliches Leben, wie wir gesehen haben
  • Das der Fürbitte bedarf
  • In dem aber auch Gottes Wille geschehen soll
  • Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden

Umrahmt ist dieses Leben aber im Vaterunser vom Blick auf Gott

  • Das Vaterunser wendet unsern Blick auf Gott
  • Auf den liebenden Vater
  • Aber auch auf dem dem alle Herrschaft und Ehre gehört
  • Auf den Gott, der unser Leben umgibt und trägt

Singen tut gut!

Eine Predigt zum Sonntag Kantate

Zum Mithöhren

Predigttext

2Chr. 5:2   Damals versammelte Salomo die Ältesten von Israel und alle Oberhäupter der Stämme, die Fürsten der Geschlechter der Söhne Israel, nach Jerusalem, um die Lade des Bundes des HERRN heraufzuholen aus der Stadt Davids, das ist Zion. 3 Und alle Männer von Israel versammelten sich zum König an dem Fest [im Monat Etanim], das ist der siebte Monat. 4 Alle Ältesten von Israel kamen. Und die Leviten trugen die Lade. 5 Und sie brachten die Lade hinauf, dazu das Zelt der Begegnung und alle heiligen Geräte, die im Zelt waren. Die Priester [und] die Leviten brachten sie hinauf.
( 6 Und der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die sich bei ihm eingefunden hatte [und] vor der Lade [stand], opferten Schafe und Rinder, die vor Menge nicht berechnet und nicht gezählt werden konnten. 7 Und die Priester brachten die Lade des Bundes des HERRN an ihren Platz, in den Hinterraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim. 8 Denn die Cherubim breiteten die Flügel aus über den Platz der Lade, und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her. 9 Und die Stangen waren so lang, daß die Enden der Stangen vom Heiligen aus vor dem Hinterraum zu sehen waren. Aber nach außen waren sie nicht sichtbar. Und sie sind dort bis zum heutigen Tag. 10 Nichts war in der Lade als nur die beiden Tafeln, die Mose am Horeb hineingetan hatte, als der HERR [einen Bund] schloß mit den Söhnen Israel, als sie aus Ägypten zogen.. 5:11   Und es geschah, als die Priester aus dem Heiligen hinausgingen - denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne sich an die Abteilungen zu halten )
12 und als die Leviten, die Sänger [waren], sie alle, nämlich Asaf, Heman, Jedutun, ihre Söhne und ihre Brüder, in Byssus gekleidet, mit Zimbeln und mit Harfen und Zithern an der Ostseite des Altars standen und bei ihnen etwa 120 Priester, die auf Trompeten trompeteten, - 13 und es geschah, als die Trompeter und die Sänger wie ein [Mann waren], um eine Stimme hören zu lassen, den HERRN zu loben und zu preisen, und als sie die Stimme erhoben mit Trompeten und Zimbeln und Musikinstrumenten beim Lob des HERRN: Denn er ist gütig, denn seine Gnade [währt] ewig! - da wurde das Haus, das Haus des HERRN, mit einer Wolke erfüllt. 14 Und die Priester konnten wegen der Wolke nicht hinzutreten, um den Dienst zu verrichten. Denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

Ein gewaltiger Gottesdienst damals

Welch ein gewaltiger Gottesdienst?
Wieviele Menschen mögen es wohl gewesen sein?

  • Alle Ältesten,
  • alle Oberhäupter,
  • alle Männer Israels!
  • Und sicherlich auch noch viele Frauen und Kinder!

In Coronazeiten wäre das gar nicht erlaubt.
Und welch ein freudiger Anlass?

  • Ein Tempelweihfest,
  • ein Kirchweihfest!

Feierlich wird die Bundeslade in einem großen Festzug in den Tempel geholt.
Welch ein gewaltiges Ensemble:

  • 120 Priester mit Trompeten.

Auch das wäre heute in Coronazeiten gar nicht erlaubt. Blasinstrumente sind verboten, nur kleine Vokalensembles mit vier Spielern.
Und welch ein überwältigender Gesang!

"Denn er ist gütig und seine Gnade währet ewig"

Und welche außergewöhnliche Wirkung !
Die Herrlickeit Gottes erscheint.
Sie heißt auf habräisch Kabod, wörtlich die Schwere.
Diese Kabod, war so stark zu spüren, dass die Priester nicht näher treten konnten.

Ein dürftiger Gottesdienst heute

Tja, das war damals und bei uns heute?
Heute ist Sonntag "Kantate"- zu deutsch "Singet"

  • Wir dürfen nur wenige Strophen singen.
  • Die Masken behindern uns dabei.
  • Wir müssen mit zwei Meter Abstand sitzen.

Das erinnert uns an die Worte von Paulus

2Kor. 4:7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.

Irdene Gefäße das sind Gefäße aus Ton.
Die sind kaputt, wenn sie runterfallen.

Ja die Zeichen von Corona in unser Kirche sind sehr irdisch:

  • Masken,
  • markierte Bänke,
  • Desinfektionsmittel.

Sie machen uns deutlich, wie verletzlich und irdisch, wir alle sind!

  • Wie sehr uns Leben von einem kleinen Virus bedroht ist.
  • Wie sterblich wir doch alle sind.

Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zum Staube

So spreche ich es bei jeder Beerdigung am Grab

Die Herrlichkeit Gottes ist auch heute da

Und doch ist sie auch heute da: Die Herrlichkeit Gottes!
Wir spüren sie hier in unser vertrauten Jakobskirche.
Genau können wir es auch nicht sagen, was es eigentlich ist.

  • Sind es die Bilder an den Wänden?
  • Der Lichteinfall durch die Fenster?
  • Irgendetwas rührt uns hier an, tief in unserer Seele.

Deswegen haben wir sie ja auch so vermißt unsere Kirche, unseren Gottesdienst.

Die Herrlichkeit Gottes im Alten Testament

Von welchem Ort hören wir in unserem Predigttext?

Das Zelt der Begegnung

Die Bundeslade war ein Kasten, in dem die beiden Gebotstafeln aufbewahrt wurden.
Moses hatte sie von Gott persönlich auf dem Berg Sinai empfangen.
Über Jahrhunderte wurde die Lade mit den Tafeln in einem mobilen Heiligum, dem Zelt der Begegnung, transportiert.

  • Hier im Zelt der Begnung war Gott gegenwärtig.
  • Hier konnte Moses mit Gott reden.
  • Das Zelt der Begegnung zog mit dem Volk Israel durch die Wüste von einem Ort zum anderen.

Der Tempel in Jerusalem

Nun hatte König Salomon einen festen Tempel aus Stein gebaut.
Zur Einweihung des Tempels wurde die Bundeslade in das Allerheiligste des Tempels, die innere Tempelkammer gebracht.

  • Dort wurde sie für Jahrhunderte eingeschlossen.
  • Der Hohepriester durfte den Raum nur einmal im Jahr, am Versöhnungstag betreten.
  • Der ursprüngliche Inhalt der Kammer ging wahrscheinlich durch die Zerstörtung des Tempels durch die Babylonier verloren.

Die Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus

Der Vorhang im Tempel zerreißt

Was zur Zeit Jesu in der Kammer war, wissen wir nicht. Vielleicht war sie leer oder es stand dort nur eine Nachbildung.
Aber als Jesus am Kreuz starb, so schreibt es die Bibel, riss der schwere Vorhang, der die Kammer vom Hauptraum trennte entzwei:

Mark 15:38 Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.

Damit war die Herrlichkeit Gottes, die über Jahrhunderte verschlossen war nun wieder sichbar.

Und wir sahen seine Herrlichkeit

In Jesus Christus am Kreuz war sie zugleich enthüllt und verhüllt.
Da haben wir ihn wieder den Schatz in den irdischen Gefässen.
In Jesus Christus ist die Herrlichkeit Gottes sichbar.

Joh 1: 14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Im Stall von Bethlehem, in dem Wanderprediger aus Galliläa und am Kreuz von Golgatha.
Übeall dort ist Gott spürbar und sichbar, mitten in dieser Welt.

Das Geschenk der Gegenwart Gottes

Diese Herrlichkeit Gottes ist uns in Jesus Christus geschenkt.
Im zweiten Korinterhbrief redet Paulus davon, dass wir Gottes Herrlichkeit sehen dürfen und dadurch in Gottes Ebendbild verwandelt werden:

2 Kor 3: 18 Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.

Wenn wir Gott begegnen, dann passiert etws mit uns.

  • Es kann hier in der Kirche geschehen.
  • Oder beim stillen Gebet und Bibellesen zu hause.

Aber was passiert da eigentlich?

Wir müssen ja in diesen Tagen viel auf die Hygiene achten.
Auf äußere Reinheit.
Aber was ist mit der inneren Reinheit?
Wer reißt uns immer wieder heraus aus unseren finsteren Herzenswegen?
Aus Unglaube, Verzweiflung, Angst, Lieblosigkeit?
Es ist Jesus Christus
Der Kontakt mit ihm verändert uns.
Wenn wir auf ihn sehen und hören, elektrisiert er uns.
Er energetisiert uns.
Denn wier sehen in ihm und durch ihm auf Gott selbst.

Was geschieht beim Singen?

Singen und die Herrlichkeit Gottes

Was hat nun all das mit Singen zu tun?
Warum wird Gottes Gegenwart in unserem Predigttext so stark, als alle zu Singen anfangen und die 120 Priester in ihre Trompeten blasen?
Es gibt viele Geheimnisse, die wir noch nicht verstehen.

Ps 22: 4 Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.

Singen verändert uns von Innen heraus

Forscher haben herausgefunden, dass sich die Gehirnfrequenzen einer musizierendne Band aneinander angleichen.
Während des Musizieren und Singens erfahren wir also eine Einheit auf tieferer Ebene
Etwas ergreift uns,
Etwas berührt uns tief drinnen.
Deswegen fordert uns Paulus auf:

Eph. 5:19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen

Auch Martin Luther an immer wieder in schweren Stunden zu seiner Laute gegriffen.
Und so gibt es ja auch sehr viele Musikinitativen in Zeiten von Corona: Mutmachsongs, Balkonkonzerte und über das Internet vernetzte Chöre

Unser Gesang heute nur ein Tropfen auf den Heißen Stein?

Wir dürfen heute nicht viele Verse singen.
Sie sind wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Unsere Seele dürstet nach Gott
Aber vielleicht sind ja gerade diese wenigen Strophen so unendlich kostbar.
Nehmen sie mit nach hause
Lassen Sie in ihrem Herzen weiterklingen oder singen sie laut weiter

Du bist nicht allein

Math 28:16 Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Du bist nicht allein!

So heißt das Thema unseres Gottesdienstes

Dabei machen wir gerade ganz viele Erfahrungen mit Alleinsein.

  • Wir sitzen alleine im Zimmer.
  • Haben nur Kontakt über Telefon oder Zoom
  • Ganz besonders schwierig ist die Situation für Studierende aus dem Ausland
  • Wir spüren auf einmal wie wichtig uns soziale Kontakte sind.

Der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen.

  • Wir brauchen uns!
  • Wir vermissen uns!
    Telefon und Videokonferenz sind kein Ersatz für eine Umarmung oder einen Kuss

Jesus sagt: „Ich bin bei euch“
„alle Tage bis an das Ende der Welt“

Ist die Welt schon untergegangen?

Gott sei Dank noch nicht.
Nein, wir leben noch.
Also gilt der Satz, den Jesus sagt noch:
„Ich bin bei Euch“
Die spannende Frage ist:

„Wie ist Jesus bei uns?“

Wie kann einer, der vor 2000 Jahren gekreuzigt worden ist, bei uns sein?

Und die römischen Soldaten, die ihn ans Kreuz annagelten, verstanden ihr Handwerk.
Wie kann einer,der von den Toten auferstanden ist bei sein?
Die Physiker, Naturwissenschaftler und Techniker unter euch könnten sich nun den Kopf zerbrechen:
Wenn es stimmt, dass es Äquivalente zwischen Masse, Energie und Information gibt, ist vieles möglich.
Man diskutiert sogar darüber ob es Paralleluniversen gibt.
Warum sollt es also unmöglich sein, dass Jesus auferstanden ist und in einer anderen Dimension, die wir nicht begreifen, bei uns ist.

Persönlich glaube ich:

Wenn wir unser Herz für Jesus öffnen, dann ist Jesus ganz stark in unseren Gedanken gegenwärtig.
Jesus füllt uns dann ganz aus von Innen her aus
Über diese Erfahrung können wir gerne dann noch im Chat sprechen.

Jesus sagt: „Mir ist gegeben alle Vollmacht im Himmel und auf Erden“

Schwer zu glauben, dass Jesus alle Vollmacht hat auf dieser Erde.

So viel ist ja nicht Ordnung

  • Krieg und Gewalt.
  • Und jetzt die Corona -Pandemie.

    Aber Vollmacht heißt, er hat die Möglichkeit, alles zu tun.

    Möglichkeit heißt, Jesus kann alles tun aber er muss nicht alles tun.
    Gott hat sich für einen anderen Weg entschieden.
    Jesus sendet seine Jünger in unserem Text hinaus in die Welt

    Wir Menschen sind seine Möglichkeit.

    Du bist seine Möglichkeit
    Gott hat dich erschaffen
    Die Zahl der Möglichkeiten die menschliche DNA zu kombinieren übersteigt sogar die Zahl der Atome im Universum, sagen Fachleute
    Wie dem auch sei, du bist eine von Gottes Möglichkeiten
    Einzigartig
    Jede und jeder ist ein Gedanke Gottes
    Dir ist die Gabe des Lebens geschenkt

In unserem Predigttext spricht Jesus von der Taufe.

Die Taufe ist ein Sakrament, das evangelische und katholische Christen mit allen Christen auf der Welt verbindet.
An sieh denken wir jetzt, wenn wir auf unsere Kerzen sehen.
Die meisten von uns haben sogar eine Taufkerze, die bei ihrer Taufe angezündet wurde.
In der Taufe sagt Gott zu uns:
Er möchte sich in dir und durch dich verwirklichen

Und er sagt zu Dir: Ich bin bei dir, du bist nicht allein!

Ich bin bei dir in meinem auferstanden Sohn Jesus Christus-
Über Dein Verstehen und Begreifen hinaus.
Amem

Jesus und die Streichhölzer

Hebräer 10,23 Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; 24 und lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken 25 und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.

Forscher haben herausgefunden:
Es gibt ein innere Kraft, die uns hilft, Krisen zu überstehen.
Sie nennen diese Widerstandskraft Resilenz.
Langzeitstudien haben ergeben:
Unsere Widerstandskraft wird durch die Verbundenheit mit einer christlichen Gemeinschaft gestärkt.
Warum ist das so?
Christen helfen und stärken sich gegenseitig.

Ein Streichholz kann man durchbrechen.
Mehrere Streichhölzer nicht.

Sie geben sich gegenseitig Halt.
Das soll aber in Liebe und gegenseitiger Achtung geschehen.
Echte christliche Gemeinschaft führt nicht in die Enge
Sie führt in die Weite

Aber es ist nicht nur die Kraft, der vielen einzelnen kleinen Streichhölzer die uns trägt.
Es gibt da noch einen, der ganz fest bei uns ist.

Wir als als Streichhölzer sind ja nur klein und zerbrechlich.
Er ist wie ein starker Stamm an dem wir uns anlehnen dürfen.

Er ist wie eine Hülle, die uns als Streichholzbündel schützend umgibt.

Ich rede von Jesus Christus.
Er ist das große Thema des Hebräerbriefes.
Er ist der Mittler, der Hohepriester zwischen Gott und uns Menschen.
Das Bekenntnis zu ihm nennt der Hebräerbrief: Bekenntnis der Hoffnung
An dem Bekenntnis zu Jesus sollen wir festhalten.
Gerade jetzt in diesen Zeiten.
Durch Jesus gehören wir alle zur weltweiten Familie Gottes.
Wir sind nicht allein.
Wir sind durch den heiligen Geist als Schwestern und Brüder verbunden.
Diese Gemeinschaft stärkt und trägt uns, gerade jetzt in Krisenzeiten.

Wie kann das heute konkret aussehen?

Gerade heute gilt es aufeinander zu sehen.
Wo ist jemand der Hilfe braucht?
Wo ist jemand dem die Isolation zu schaffen macht?
Wir sind aufgerufen auf die Schwächeren acht zu geben.
Wir sollen andere schützen, indem wir Masken tragen.
Gerade jetzt gilt es, den Kontakt zueinander aufrecht zu erhalten
Wir haben trotzdem ja noch so viele Mittel und Möglichkeiten um miteinander in Verbindung zu bleiben
Nützen wir sie!

Kraft von oben

Tröstende Worte in schwerer Zeit

Predigttext

Der Predigttext steht im Buch des Propheten Jesaia im 40. Kapitel

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. 27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; 31 aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Worte aus einer fernen Zeit

Was für tröstende Worte! Als würden sie genau in unsere Zeit passen? Dabei war die Zeit, in der diese Worte hineingesprochen wurden, durchaus eine andere. Es gab keine Pandemie, sondern eine nationale Katastrophe.

Der politische Untergang der Königreiche Israel und Juda

Die Bibel berichtet sehr ausführlich im Buch der Könige, wie das Königreich Juda in eine politische Kathastrophe schlitterte. Ein kleines Königreich, dass im Einflussbereich zweier Großmächte stand. Ägypten, die antike Supermacht und die Reiche des Zweistromlandes. Zunächst die Assyrerer und dann die Babylonier. Schon 722 v. Christus war das Nordreich Israel von den Assyrern erobert worden. Das Südreich mit der Hauptstadt Jerusalem konnten sich noch bis 587 v. Chr. halten. Dann wurde es von den Babylonieren erobert und zerstört. Die Oberschicht wurde nach Babylon verschleppt.

Die inneren Gründe für den Untergang

Es waren aber nicht nur die äußeren Feinde, sondern auch der innere Zerfall, der zum Untergang führte. Deshalb mahnt der Prophet Jesaia (Jesai 7:9)

Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.

In schwierigen Situationen kann nur der Überleben, der nicht auf sich selber, sondern auf Gott vertraut. Die Bibel immer wieder von politischen Fehleinschätzungen und Überschätzung der eigenen Stärke und Möglichkeiten. Dies hat dann von Innen her zum Untergang des Königreiches Juda geführt.

Das Trostbuch von der Erlösung Israels

Und nun setzt mit Kapitel 40 im Buch des Propheten Jesaia ein neue Epoche ein:

Is. 40:1 Tröstet, tröstet mein Volk! , spricht euer Gott. 2 Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des Herrn für alle ihre Sünden.

Der Prophet verkündet den in Babylon Gefangenen den Anbruch einer Gnadenzeit. Politisch hatten die Perser unter König Kyros 539 v.Chr. die Babylonier besiegt. Ein Jahr später gestattet Kyros die Rückkehr nach Jerusalem und den Wiederaufbau des Tempels.

Was diese Worte uns heute sagen

Die Worte aus dem Buch des Propheten Jesaia sind also Worte nach der Katastrophe, wenn es wieder besser geht. Wenn es begründeten Anlass zur Hoffnung gibt.
Dürfen wir auch schon hoffen?

  • Wir haben die erste Phase der Corona Krise überstanden.
  • Die Ausbreitung des Virus wurde gebremst. Die Beschränkungen werden nun leicht gelockert.
  • Noch aber ist unklar, wie lang die Krise dauern wird.
  • Wann es einen Impfstoff geben wird? Ob und wann der Virus noch einmal aufflammt?

Wir werden also noch Geduld brauchen.
Auch damals war Geduld von Nöten. Es dauerte vom Edikt des Kyros noch 23 Jahre bis der Tempel wieder errichtet werden konnte, und über 100 Jahre bis die Mauern Jerusalem wieder aufgebaut waren. Seine politische Größe hat das Königreich Juda nie wieder erlangt.
Es hat also guten Grund, wenn der Prophet sagt:

30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; 31 aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Wir brauchen also viel, viel Geduld, um die Krise durch zu stehen, damals wie heute.

Wie kann uns Gott Geduld und Kraft geben

Einbindung in religiösen Gemeinschaften stärkt die psychologische Wiederstandsfähigkeit

Die Fähigkeit Krisen zu überstehen wird heute als Resilenz bezeichnet. Resilenz ist die

Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Einbindung in eine religiöse Gemeinschaft die Resilenz steigert. Dies geschieht dadurch, dass Menschen sich in religiöse Gemeinschaften gegenseitig helfen, Glauben und Wertvorstellungen stabil zu halten.

Der wachende Gott

Wie das geschehen kann, wird sehr gut an unserem Predigtext deutlich. Der Prophet erinnert seine Höhrer daran, wer Gott ist.
Es könnte ja sein, das man Angesichts einer Krise davon ausgeht, dass Gott schläft, dass er sich abgewendet hat. Die aktuelle Krise lässt uns an Gott zweifeln:

27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«?

Diesem Zweifel ruft der Prophet das Bild in Erinnerung, dass Gott vollständig Herr der Lage ist:

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.

In einer Krise könnte man meinen, dass Gott die Welt verlassen hat und dass die Krise damit leer und sinnlos ist.
Wir können den höheren Sinn einer Krise oft nicht verstehen, aber nur deshalb, weil

sein Verstand ist unausforschlich.

ist.
Nein Gott hat sich nicht abgewendet. Er schläft und schlummert nicht. Er ist gerade in Krisenzeiten am Werk. Er schafft und wirkt an unserem Heil.

Die Umdeutung der Krise

Diese Vorstellung hilft uns die Krise umzudeuten und sie als Anlass zur Entwicklung zu nutzen.
Natürlich kannn nicht jede/r diesen Weg im gleichen Maße mitgehen. Wenn man gerade einen geliebten Menschen verloren hat oder die eigene wirtschaftliche Existenz bedroht ist, wird man nur sehr schwer, einen positiven Zugang zu einer Krise finden können. Man ist dann ganz auf die Solidarität der Anderen angewiesen, die einen durch die Krise mittragen.
Trotzdem werden die meisten zustimmen, dass unsere Gesellschaft dringend Veränderung braucht. So wäre es über kurz oder lang nicht weiter gegangen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen.

  • Wir können uns auf das Wesentlche besinnen.
  • Innerlich zur Ruhe zu kommen.
  • Der gesellschaftlichen, wie der gloabalen Entwicklung eine neue Richtung zu geben.

Dass Gott dabei nicht schläft und schlummert und am Wirken ist, gibt uns selbst Kraft und Mut, uns auf diese Entwicklung einzulassen.

Offene Fragen

Trotzdem bleiben natürlich viele Fragen offen: Wie wirkt Gott in der Coronakrise? Hat er etwas gar den Virus als Strafe geschickt?
Der Prophet verstandt jedenfalls die Zerstörung Jerusalems als Strafgericht:

Jesai 40,2 Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des Herrn für alle ihre Sünden.

Eine solche Vorstellung ist uns heute fremd geworden. Wir reden lieber vom lieben Gott und dort wo wir ihn nicht mehr verstehen können dann wie der Prophet davon, dass

sein Verstand unausforschlich (ist).

Von dem verborgenen Gott, wie Luther es sagen würde. Wir können manches oft nicht verstehen, ganz besonders, was unsere eigenen Lebensläufe und unsere Schicksalsschläge angeht. - Aber dann gilt um so mehr, daran fest zu halten, dass Gott nicht schläft, dort wo wir müde und schwach werden. Dass er weiterarbeitet, wo wir überhaupt nicht mehr wissen, welcher Schritt als nächstes zu tun ist.

Das Beste kommt noch

Was die Auferstehung Christi in Zukunft bringt

Predigttext

Der Predigttext für den heutigen Ostersonntag steht im 1. Korintherbrief Kapitel 15.

19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. 20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. 23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; 24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. 25 Denn er muss herrschen, bis Gott ihm»alle Feinde unter seine Füße legt«. 26 Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. 27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan«. Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. 28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Die Frage nach dem ewigen Leben

Unser Predigttext beginnt mit einer provozierenden Aussage:

19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

Paulus warnt davor, alle Hoffnungen und Erwartungen nur auf das irdische Leben zu setzen. Diese Warnung ist aktueller als zuvor. Wenn wir die Erfüllung all unserer Erwartungen und Wünsche nur in diesem Leben erhoffen, überfordern wir uns total. Wir setzen uns und unsere Mitmenschen unter Druck. Es muss dann in dieses irdisches Leben alles hineingepackt werden, was geht.
Man erwartet zum Beispiel von seinem Lebenspartner, dass er oder sie alle Wünsche und Bedürfnisse erfüllt. Das kann der oder die natürlich nicht leisten und so zerbrechen an dieser Überforderung viele Beziehungen.
Wenn wir zuviel von diesem Leben erwarten, und noch eine große Wunschliste offen haben, fällt es uns natürlich schwer unseren Tod anzunehmen. Wir klammern uns dann an dieses irdische Leben. Wir verdrängen den Tod.
Dann macht uns eine Bedrohung wie die Corona-Epedemie bewusst, dass unser irdisches Leben endlich ist. Diese Bedrohung ruft in uns dann eine Unruhe hervor. "Was wäre, wenn ich oder meine Angehörigen an dieser Infektion sterben würden?"- "Ich hätte doch noch so gerne...."- "Ich müsste doch noch...." - "Dann könnte ich doch nicht mehr"
Der Virus macht uns klar, was eigentlich immer gilt. jeder Tag unseres Lebens könnte der Letzte sein.
Als Christen können wir uns dieser Tatsache getrost stellen: Denn einerseits dürfen wir daran glauben, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Ja vielmehr wir dürfen erwarten: Das Beste kommt noch. Denn wir werden in der Ewigkeit mit Gott vereint sein. Und der Tod ist für uns nichts anders als der Übergang in ein anderes Zimmer.
Anderseits wurde vielen Christen in der Nachfolge Christi bereits ein erfülltes Leben hier auf Erden geschenkt. Sie haben bereits hier auf Erden mit Jesus in enger Verbundhenheit gelebt. Was sollte sich also durch den Tod ändern, als dass sie noch enger mit Gott vereint sind.

Was auf uns zukommt

Der Apostel entwirft in seinem Predigtext eine Schau dessen, was uns erwartet:

Die Auferstehung Christi ist der Beginn der neuen Welt

20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.

So wie Adam der Modellmensch ist für die alte Schöpfung, so ist Christus Modellmensch der neuen Schöpfung.
Adam das heißt auf hebräisch Mensch. Adam steht für uns alle, für Männer und Frauen. Geschöpfe Gottes. Aber im Hebräischen wird der Name vom "Acker" abgleitet. Der Mensch ist wörtlich der vom Erdboden genommene. Ohne den lebensspenden Geist Gottes wird der Mensch zu dem was er ohne Gott ist, Staub von der Erde. Der Name "Adam" drückt also schon seine Sterblichkeit aus. Und weil sich der Mensch im Sündenfall von Gottes lebensspenden Geist getrennt hat, ist und bleibt er sterblich, dem Tode verfallen.
Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz, die Macht der Sünde gebrochen, dadurch konnte Gottes Geist in neuer und unvergleichlicher Weise in der Welt wirken. Ja Paulus schreibt, dass die Auferstehung selbst durch Gottes Geist gewirkt worden ist.

3 von seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, 4 und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten. (Römer 1,3-4)

Die zeitliche Abfolge der Auferstehung

23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; 24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat.

Es sind also drei Ordnungen oder Gruppen, die aufeinanderfolgen:

  1. Jesus als der Erste, der auferstanden ist.
  2. Die welche Jesus angehören sind die, die bei seiner Wiederkehr auferstehen werden.
  3. Und schließlich das Ende dieser irdischen Welt an dem alle auferstehen werden.
    Über die zeitliche Reihenfolge steht noch viel in der Bibel, z.B. in der Offenbarung des Johannes. Viel kann man darüber nicht sagen. Wir befinden uns irgendwann, zwischen 1 und 2.

Gott wird sein Alles in Allem

Wichtiger noch als die Frage der zeitlichen Reihnfolge ist die Frage des Endzustandes.

24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. 25 Denn er muss herrschen, bis Gott ihm»alle Feinde unter seine Füße legt«. 26 Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. 27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan«. Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. 28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Was bleibt übrig? Jesus wird sich alles unterwerfen und wird danach all seine Macht an Gott den Vater zurück geben.
Das gilt politisch: Alle politischen Mächte und Gewalten werden ihre Bedeutung verloren haben.
Das gilt metaphysisch: Alle natürlichen und übernatürlichen Mächte und Gewalten werden ihre Bedeutung verloren haben. Dazu zählt auch der Tod, und heute ganze besonders das Coronavirus.
Und es gilt persönlich: Jeder Mensch und damit auch ich wird aufhören gegen Gott zu rebelieren. Wir werden wie Jesus den Willen Gottes aus ganzem Herzen und ungeteilt tun. Dadurch werden wir durch Jesus mit Gott vollkommen eins sein.
Diese Vorstellung ist deshalb so wichtig und heilsam, weil sie uns hilft uns selbst und die Welt in der wir leben, nicht mehr so wichtig zu nehmen.

Heute aus dem Morgen leben

Das Beste kommt noch- Daran glauben wir Christen, auch wenn wir noch nicht verstehen wie und wann es kommt.
Diese Zukunftsperspektive befreit uns aus den Engführungen der Gegenwart.
Wir brauchen weder dem allgemeinen Fortschritsglauben hinterher zu laufen. Er ist jetzt durch und durch erschüttert. Denn wir glauben, dass die Welt erst durch die Wiederkunft Christi vollendet wird.
Noch brauchen wir zu befürchten, dass die Corona Krise, oder eine andere Krise das Ende ist. Weil am Ende Jesus steht. Weil wir von der kommenden Welt her leben, in der Christus herrschen wird, können wir als Christen in großer Freiheit und Gelassenheit im Heute leben.