Fest in der Liebe bleiben

Wie geht Liebe?

Predigttext Heb 13,1-3

Heb 13,1 Bleibt fest in der brüderlichen Liebe. 2 Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. 3 Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und an die Misshandelten, weil ihr auch noch im Leibe lebt.

Liebe ist der Dreh und Angelpunkt

  • in der Partnerschaft
  • zwischen Eltern und Kindern
  • die geschwisterliche Liebe
  • Liebe zu denen die uns hassen, die Feidesliebe

Darum sollen wir fest darin bleiben

wie Luther übersetzt

Gegenteil von fest wäre

  • lose
  • unverbindlich
  • flatterhaft
  • beliebig

Viele Angriffspunkte

  • sich selber herausstellen wollen
  • Geltungssucht
  • Neid
  • Altruismus
    • Suche ich mich im anderen nur selber
    • Selbstbestätigung durch die Hilflosgikeit des andern

Liebe, daran entscheidet sich,

  • ob unser Leben gelingt
  • ob unsere Partnerschaft geling
  • ob unser Gemeindeleben gelingt

Liebe, entscheidet sich in der Tat

  • man kann viel darüber diskutieren
  • aber entscheidend ist die Tat

Deswegen mahnt uns unser Text

  • Bleiben
  • nicht vergessen
  • erinnern

Es geht darum, immer wieder neu durchzubuchstabieren, was Liebe ist
Und das ein Leben lang!

Warum Liebe?

Wir sind Gottes Ebenbilder

Gen 1,27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau

Liebe ist keine Option.
Fehlen wir in der Liebe, erfüllen wir unseren Lebenszweck nicht.

Frankel: Mensch ist ein geistiges Wesen, er transzendiert sich selbst. Er muss auf etwas außerhalb seiner selbst ausgerichtet sein

Aber Martin Luther schreibt:

Der Mensch ist in sich selbst verkrümmt. Homos incurvatus in se

Der Mensch ist als Sünder auf sich selbst bezogen. Daran zeigt unser ganzer Jammer, unser Schicksal unser Wiederspruch, in dem wir leben.

Christus als wahrer Mensch

Wir brauchen deshalb die Erlösung in Christus
Er ist der wahre Mensch
Er ist das wahre Ebendbild Gottes
Die Liebe in Person
Wir müssen in Jesus Christus neu erschaffen werden, um unsere Bestimmung zu efüllen.
Durch ihn werden wir erneut in den Kraft- und Liebesstrom Gottes hinein, der in uns die Liebe bewirkt.

Eph 2,10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
Eph 4,15 Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus,

Soweit die Theorie, der theologische Überbaue, aber....

Wie entsteht die Liebe?

Sie fängt im Kopf an
Und deswegen müssen wir wie unser Predigttext sagt, immer wieder errinnert werden und sollen die Liebe nicht vergessen!
Es geht darum den Blickwinken zu verändern
Umzudenken, Buße zu tun

(Auch die erotische Liebe fängt im Kopf an)

Dieser Mann oder diese Frau könnte zu mir passen
Wie schön wäre es, wenn ich mit ihr oder ihm

  • spazieren gehen könnte
  • oder Händchen halten
  • oder?
    Plötzlich ist da ein Bild eine, Vorstellung da

Die Perspektive Gottes einnehmen

Vater unser, der du bis im Himmel

Nicht nur mein Vater, sondern der Vater aller
Und so heißt es zur Begründung der Feinesliebe

Mt 5,45 Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Was wäre, wenn....

Man könnte das auch eine paradoxe Annahme nennnen.

2 Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.

Gäste machen viel Arbeit.
Sie bringen die gewohnte Ordnung durcheinander
Sie werden oft schnell zur Last
Was wäre wenn, dieser Gast nicht nur die lästige Tante ist, die uns besucht, sondern
vielleicht ein Engel
Schwer vorstellbar bei der Tante
Aber man weiß ja nie

ohne ihr Wissen

heißt es ja in unserem Predigttext

in die Haut des anderen schlüpfen

Davon redet auch unser Predigttext

3 Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene,

Auch hier wieder die Vorstellung, was wäre wenn ich selbst gefangen wäre.
Wier werden aufgefordert uns vollständig mit der Lage unseres Gegenüber zu identifiezieren.
Da muss man dann schon etwas Denkarbeit leisten.
Wie wäre dass, wenn ich selbst hinter Gittern sitzen würde.
Würde ich mich über einen Besuch freuen
Was würde mir gut tun.
Das kann man aber in der Theorie nicht herausfinden.
Ich muss zwar kein Verbrecher werden, um ins Gefängnis zu kommen
Aber es ist sicherlich hilfreich, mal im Gefängnis zu besuchen und ihn zu fragen, wie es ihm geht.

wir sitzen alle in einem Boot (Solidarität)

die Misshandelten, weil ihr auch noch im Leibe lebt.

Wir wissen nicht genau, wen der Schreiber hier gemeint hat.
Aber es gibt in jeder Gesellschaft Opfer von psychischer und physischer Gewalt.
Die Begründung ist hier interesant

weil ihr auch noch im Leibe lebt.

Ich würde übersetzen: weil wir selbst noch verletztbar sind
Wir können uns deshalb vorstellen, was es für uns bedeuten würde so mißhandelt zu werden
Und tatsächlich werden, wenn wir Bilder von leidenen Menschen sehen, in unserem Gehrin die gleichen Regionen aktiviert, also wenn wir selber Schmerzen empfinden würden.
Wir können diese Mitgefühle natürlich abblocken. Das geschieht z.B. im Krieg, so dass sich die Spirale der Gewalt immer schneller dreht.
Aber wir können diese Reaktionen auch nutzen, um daraus ein echtes Mitgefühl und Solidarität zu entwickeln

Schlussbemerkungen

Die Diakonie der ersten Christen

Quellen berichten, dass die Christen der ersten Jahrhunderte diese Worte ernst nahmen: Gastfreundschaft wurde hochgehalten, die Gefangenen wurden besucht, und man nahme sich der Kranken und der Opfer von Gewalt an.
Keine leeren Worte also
Und das war auch ein Grund, warum sich das Christentum so schnell verbreitet hat.

Auch Jesus war kein Liebestheoretiker

Heb 5,8 So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.

Es ist sicherlich einer der theologischen Spitzensätze des Habräerbriefes. Und ich erspare ihnen jetzt die Ausführungen, warum das Neue Testament das komplette Gottesbild der antiken Philosophie auf den Kopf gestelt hat.
Der Sohn Gottes lernt
Er macht sich die Hände schmutzig
Er leidet mit uns und für uns
Er durchleidet was Menschsein bedeutet, um mit uns und für uns da zu sein

Welche Rolle spielt Jakobus?

Jakobus

Predigttext Mt 20,20-27

20 Da trat zu ihm die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und wollte ihn um etwas bitten. 21 Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Lass diese meine beiden Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. 22 Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie antworteten ihm: Ja, das können wir. 23 Er sprach zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr zwar trinken, aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben steht mir nicht zu. Das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist von meinem Vater. 24 Als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder. 25 Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. 26 So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; 27 und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, 28 so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Die Aktion der Mutter

Die Szene

Unsere Geschichte beginnt mit der Mutter.
Sie hat quasi ihren großen Auftritt vor Jesus
Sie kommt vor Jesus und im Schlepptau ihre beiden erwachsenen Söhne
Sie fällt vor Jesus nieder.
Welch ein Bild.
Und Jesus geht auf sie ein. Er fragt:

Was willst du?

Die Bitte ist dann mehr als überraschend.
Keine Bitte um Heilung, wie sonst.
Sie möchte eine Positition, eine gesicherte Position für ihre Söhne.

Lass diese meine beiden Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken.

Wir wissen nicht ganu, ob den beiden Söhnen die Aktion peinlich war, immerhin war sie ja erwachsene Söhne

Propeller Mütter

Welche Aktionen unternehmen Mütter (und Väter) nicht, um ihren Kindern den Weg zu ebenen? Um sie auf gesicherte Postionen zu bringen?
Dann wissen die Eltern: Jetzt sind unsere Kinder vesorgt.
Jetzt haben wir unser Aufgabe erfüllt.
Jetzt können wir ruhig alt werden
Nun könnte man an dieser Stelle lange über das Verhältnis von Eltern und Kinder nachdenken, doch das ist das Anliegen des Textes nicht.

Zentrale Frage. Welche Rolle spielt Jakobus und sein Bruder?

Diese Frage ist auch für uns wichtig, wenn wir heute am Jakobstag über jakobus nachdenken.
Welche Rolle spielen Jakobus und die anderen Apostel in unserem Glaubensleben.
Aber damit ist noch eine andere Frage verbunden:
Würden wir nicht auch so gern ganz oben sitzen?
(mal Hand nach oben)
Ganz nahe bei Jesus?
Ganz oben auf in der himmlischen Hierarchie?
Die Frage der Mutter, ist eine zu tiefst menschliche Frage.
Denn unser Leben hier auf Erden funktioniert nur mit so einer Rangordnung.
Wo jeder weiß wo er hingehört?
Aber gibt es so etwas auch im Himmel?

Gibt es vor Gott so eine Art himmlische Rangordnung?

Eine Art himmlische Bürokratie?
Ich stell mir das immer so vor, dass wenn Gott mich aus diesem Leben abberuft, dass ich dann noch im Himmel einen schönen "Schreibtischposten" bekomme. Vielleicht darf ich mich ja dann um eine Aufgabe kümmern, die mir besonders viel Spaß macht?
Ich darf vielleicht als kleines Rädchen in der großen himmlischen Abteilung für Waisenkinder arbeiten. Das wäre schön.

Die Mutter von Jakobs fordert aber keinen untergeordneten Bürobosten für ihre Söhne, sondern sie möchte, dass ihre Kinder ins himmlische Topmanagement aufsteigen, sozusagen die linke und rechet Hand Jesus.
Also zumindestens Chefsekräter oder sellvertretender Geschäftsführer.

Die Frage erregt Unruhe bei den Jüngern

24 Als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder.

An anderer Stelle hören wir sogar von einem handfesten Streit der Jüger, wer unter ihnen der Erste sein soll.
Klar jeder will doch der Erste sein, ganz weit vorne sitzen.

Jesus Antwort ist eine dreifache

Jesus zieht eine Grenze zwischen unserem Verstehen und Gottes Wirklichkeit

Ihr wisst nicht, was ihr bittet.

Die Mutter und ihre beiden Söhnen denken in menschlichen Maßstäben.
Aber bei Gott ist es anders.
Unser Denken lässt sich nicht einfach von unserer Perspektive aus hin verlängert werden auf das hin, was bei Gott gilt.
Selbst Jesus als der Sohn Gottes kann diese Grenze nicht einfach überschreiten:

das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben steht mir nicht zu. Das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist von meinem Vater.

Jesus ist darin ganz Mensch, ganz von Gott dem Vater abhängig.
Er kann nur das tun, was dem Willen des Vaters entspricht und alle Vollmacht und Autorität geht von ihm aus.
Wenn wir also fragen, welche Rolle Jakobus für uns spielt, müssen wir ganz nach Gottesmaßstäben fragen.

Gottes Maßstab: Bereitschaft zur Hingabe des Lebens

Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?

Fragt Jesus die beiden Brüder.

Dabei spielt er auf seinen eigenen Tod an

Lass diesen Kelch an mir vorüber gehen

betet Jesus im Garten Gethemane vor seiner Kreuzigung.

Wer geht jetzt noch mit?

Wer erhebt jetzt noch seine Hand?
Wer sagt jetzt noch mit den den beiden Brüdern?

:Ja, das können wir.

Martyrium des Jakobus

Wir wisen nicht mehr viel über das Leben des Jakobus
Ist er mit andern Jüngern in der Nacht der Verhaftung mit den andern Jüngern davon gelaufen?
Hat er wie Petrus Jesus zunächst verleugnet?
Jakob hat, wie wir in der Epistel gehört haben, das Verspreche eingehalten. Er ist als Märtyer ca 10 Jahre nach dem Tod Jesus 43/44 n. Christus gestorben.

Für was steht der Kelch?

Zunächst natürlich für das Kreuz
Aber beide stehen für ein Leben der Hingabe
Viktor Frankl, der Wiener Pschotherapeut sagt:
Der Mensch ist ein geistiges Wesen
Wir finden Erfüllung nur darin, das wir für etwas andere, für andere da sind.
Wer sein Leben für andere gib, verliert es gerade nicht, sondern findet auf wunderbare Weise gerade darin seine Erfüllung

Jakobus Vorbild im Glauben

Weil Jakobus diesen Weg des Glaubens in der Nachfolge bis zum Ende gegangen ist, ist er uns zum gemeinsamen Vorbild des Glaubens geworden.
Damit hat er seinen Platz unter den Aposteln und den Blutzeugen für Christi gefunden.
Wo er nun genau im Himmel sitzt, werden wir erfahren wenn wir dort sind.
Aber wir dürfen durch ihn auf Jesus sehen, so wie auch der Apostel Paulus sagt:

1 Cor 11,1 Folgt meinem Beispiel wie ich dem Beispiel Christi!

Wer unter euch groß sein will, sei euer Diener

Die dritte Antwort Jesu ist für alle Jünger bestimmt.
Sie ist für uns alle bestimmt, die wir die Kirche sind
Es ist ganz klar: Jesus weiß um die Verhältnisse der Welt:

: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun.

Aber er sagt den Jünger und uns:

26 So soll es nicht sein unter euch;

Nun brauche ich Ihnen sicherlich keinen Vortrag zu halten, dass in der Kirche oft leider nicht anders zu geht, als in der übrigen Welt

Aber eins ist klar: Kirche lebt nicht von der Bürokratie, sie lebt nicht von der Verwaltung, sie lebt nicht davon, dass es da ganz weltliche Machtstrukturen gibt, sonder sie lebt davon, dass es Menschen gibt, die dem Beispiel des Jakobus und Jesus Nachfolgen und diesen Satz von Herzen leben:

sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; 27 und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, 28 so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Gnadenspur

Gnadenspur

Predigtext

5.Mose 7,6 Denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. 7 Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker — denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, 8 sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat er euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. 9 So sollst du nun wissen, dass der Herr, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, 10 und vergilt ins Angesicht denen, die ihn hassen, und bringt sie um und säumt nicht, zu vergelten ins Angesicht denen, die ihn hassen. 11 So halte nun die Gebote und Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, dass du danach tust. 12 Und wenn ihr diese Rechte hört und sie haltet und danach tut, so wird der Herr, dein Gott, auch halten den Bund und die Barmherzigkeit, wie er deinen Vätern geschworen hat,

Der Liebestest

Wie oft denken sie am Tag an Verordnungen, Gesetze, Terminkalender, todos?

  • Das muss ich noch machen
  • Das darf ich nicht!
    Wie oft denken sie am Tag daran, dass sie jemand liebt?
  • Meine Partner liebt mich!
  • Meine Kinder lieben lieben mich!
  • oder eben Gott liebt mich!

Wie stark sind die Gefühle, die sie dabei haben?

  • Ich schaff das ja doch nicht
  • Jetzt muss ich mich aber sputen
  • Mein Partner ist mir treu, er liebt mich wirklich

Beobachtung: Gedanke der Liebe sind oft sehr oberflächlich, während uns die Gebote so richtig gefangen nehmen, manchmal so gar ärgern!

Allein aus Gnade

Das Gesetz allein nicht weiterhelfen, sondern dass wir noch einen tiefen, inneren Antrieb brauchen, weiß schon der Apostel Paulus

Röm 2,4 Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

Gesetze und Verordnungen allen bewirken nicht. Sie können das Böse vielleicht aufhalten oder eingrenzen. Sie geben vielleicht einen Rahmen vor. Aber sie können niemals unser Herz verändern.
Und Gesetze können vor allem nicht alles regeln und sie schenken vor allem keine Erfüllung.
Sie können so gar uns in Wiedersprüche und Dilemas verstricken, wenn wir uns zwischen zwei Geboten entscheiden müssen.

Beispiel Ehe

Ein gutes Beispiel ist die Ehe
Es gibt einen gesetzlichen Rahmen für die Ehe
Aber wenn die Parnter sich nicht lieben, wird die Beziehung innerlich leer.
Und wenn die Partner anfangen gegeneinder kleinlich aufzurechnen.
Die Ehe ist tatsächlich ein Liebesbund von dem ja auch hier die Rede ist.

Die Spur führt auch ins Alte Testament

Nun sagt man allgemein, dass das Alte Testament "Das Gesetz" ist und im neuen Testament von Gottes Gnade und Liebe die Rede ist.
Aber so ganz ist das nicht richtig.

Es gibt eine Spur der Gnade, die sich vom Neuen Testament ins Alte zieht

Was der Text urspünglich bedeutet

Die Geschichtliche Situation

Die Forschung geht davon aus, dass das 5. Mose in der Zeit es König Josias 640-609 vor Christus entstanden ist
Keine einfache Zeit. Es war eine Zeit des politischen und religiösen Niedergangs.
Josia selbst starb 609 in einer Schlacht mit dem Pharao Necho
Aber Josia war ein frommer König.
Er wollte das Volk Israels von innen her erneuern.
Er reformierte den jüdischen Gottesdienst,, führt das Passahfest wieder ein. Er lehnte die Verehrung fremder Gottheiten radikal ab.
Bei der Renovierung des Tempels wurde ein Gesetzbuch gefunden, das bei vielen Forschern mit mit dem fünften Buch Mose gleichgesetzt wird.
Aber Josia und seine Theologen wussten genau. Nur mit dem Zeigefinger zu drohen nutzt nicht!
Die Menschen brauchen einen inneren Grund für ihren Handeln
Die Menschen müssen sich von Gottes Liebe und Treue getragen wissen

Die Absicht des Textes

Es geht darum, die Identität des Volkes zu stärken

Denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott

Diese Idendeität beruht auf der großen Heilstat Gottes

Darum hat er euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.

Das Verhältnis von Gott und Volk wird ähnlich einem uns aus dem Mittelalter bekannten Vasallenverhältnis beschrieben:

So sollst du nun wissen, dass der Herr, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten,

Gott garantiert für die Freiheit des Volkes, verlangt aber im Gegenzug Bundestreue durch das Einhalten der Gebote.

Das Besondere des Textes

Er redet von Gottes Barmherigkeit und Liebe

Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker — denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, 8 sondern weil er euch geliebt hat

Damit weist er über sich hinaus ins neue Testament

Vom Alten zum Neuen Testament

Unterschied zum Neuen Testamentes

Diese Gnade gilt auschließlich Israel
Gegenüber anderen Völkern soll Israel

keine Gnade gegen sie üben

heißte es nur wenige Verse vor unserem Predigtext.
Und das führt dann zu Anweisungen, die wir aus Sicht des Neuen Testamentes nicht mehr für gut heißen können:

  • Es geht um den Befehel zur Ausrottung aller andern Völker im gelobten Land
  • Das Konzept des Heiligen Krieges

Was ist eigentlich beim Neuen Testament anders?

Befreiung aus Ägpten

  • Zentrale Heilstat im Alten Testmant ist der Durchzug durch das Tote Meer
  • Erösung aus der Knechschaft in Ägypten
  • Begründet die Existens des Volkes Israel
  • Zu diesem Volk gehört man durch die Bescheidung
  • Volk wird von der Todesmacht durch das Blut des Passalamms gerettet

Tod und Auferstehung Jesus Christi

  • Zentrale Heilstat Gottes im Neuen Testament: Tod und Auferstehung Jesu
  • Erlösung aus der Knechschaft der Sünde und des todes
  • Begründet die Existens der Kirche
  • Blut Chrisi reinigt uns
  • Wir sind die Taufe in dieses Ereignis hineingenommen, wie wir im Episteltext gehört haben.

Was geschieht eigentlich mit Israel?

Hat Gott seine Bund, von dem wir in unserem Text lesen vergesen
Wir finden dazu die zentralen Aussagen im Römerbrief Kapitel 9-11.
Und Paulus führt alles wieder auf die Gnade zurück:

Röm 9,16 So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.

Und so ist, das was Paulus erlebt, nähmlich dass Gottes Evangelium auch für die Heiden gilt, ein Akt reiner Gnade und Erwählung.
Dies bringt er sehr anschaulich im Bild vom Ölbaum zum Ausdruck

11:17 Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, 18 so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.

Israel ist also die Wurzel! Und das was im Alten Testament geschehen ist, dient uns als Vorbild

In die Spur der Gnade eintreten

Unterschied zwischen Selbstkontrolle und Selbststeuerung

Wer nur Gesetzt kennt und befolgt, kann sich und andere zwar kontrollieren, aber er steht unter einem Kontrollzwang
In der modernen Persönlichkeitsentwicklung nennt man das den Unterschied zwischen Selbststeuerung und Selbstkontrolle.
Sie beruht auch auf neurologischen Erkenntnisen.
Paulus wusste das auch schon:

2 Kor 3,6 Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Um Gesetze und Verodnungen ohne Zwang zu folgen, braucht es einen tieferen Grund, einen Gnaden oder Liebesgrund!
Dann befolgen wir die Gebote quasi von allein
sponte et hillariter hat Luther gesagt: spontan und fröhlich!
Was kommt also zuerst?
Oder über was sollen wir mehr nachdenken und bestimmen lassen?
Ich komme noch mal auf unsern Eingangstest zurück:
Die Antwort der Bibel ist klar:
Gottes Liebe kommt zuerst, seine Zusage an uns, und wenn wir in dieser Spur der Gnade eintreten, kommt das andere automatisch, dass wir die Gebote befolgen.

Das Gnadenleitbild

Um in diesen Zustand zu kommen, dürfen wir aber nicht bei den Gesetzen anfangen, sondern eben bei der Gnade.
Wir müssen der Gnade in unserem Leben Raum geben
Sie groß werden lassen
Sie lenkt den Blick von unserem eigenen Tun und Versagen hin auf etwas größeres:

7 Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker — denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, 8 sondern weil er euch geliebt hat

Das Bild vom Bund und der Barmherzigkeit und Gottes Güte ist ein Bild der Gnade aus dem AT, dass auch für uns heute noch gilt:
Auch wenn uns in Jesus Christus ein größeres und tieferes Bild gegeben ist.

  • Gott hat mit uns in Jesus Christus den neuen Bund Bund geschlossen
  • Er besiegtelt durch das Blut Christi und wir sind in ihn hineingenomen durch unsere Taufe
  • Dieser Bund beruht nicht auf unseren Leistungen, sondern auf Gottes Liebe - er ist ein Gnadenbund
  • Dieser Bund soll uns leiten und führen. An ihn sollen wir denken und uns von ihm tragen und bestimmen lassen.

    9 So sollst du nun wissen, dass der Herr, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten

Wie hältst du es mit Jesus?

Lukas 5: Fischzug des Petrus

Wie hälst du es mit der Religion?

fragt Gretchen bei Göthe den Dr. Faust
Es ist die Gretchenfrage
Die Frage auf die alles ankommt.
Nun von Religion hält jeder irgendetwas
Auch Gretchen hat diese Frage nicht weitergebracht.
Denn Dr. Faust antwortet nur ausweichend. Und schließlich lässt Gretchen von der Diskussion mit dem gelehrtem Doktor ab

Wie hälst du es mit Jesus?

Vielleicht hätte Gretchen diese Frage weitergebracht?
Denn hier hat sich Dr. Faustus in seinem Monolog in der Osternacht Zweifel an der Aufersthung Jesus formuliert.
Wie hälst du es mit Jesus?
Diese Frage wir uns zu einer Gretchenfrage?

  • Sie entscheidet darüber, ob sich das christliche Abendland noch christlich nennen darf?
  • Sie wird auch über das Schicksal der Kirche entscheiden, ob sie eine christliche Kirche ist oder nur eine Religionsgemeinschaft
  • Und sie ist letzlich auch für unser eigenes Leben im wahrsten Sinne des Wortes entscheidend.

Dogmatische Antwort reicht nicht aus

Um diese Frage zu beanworten können, reicht es aber nicht aus in einem Lehrbuch der Dogmatik nach zu lesen.
Dogmatik ist schon gut, aber sie reicht nicht aus
Und wenn sie mit ihren Fragen und Unterscheidungen alles überwuchert, hat sie die Kirche immer wieder in Phasen der Erstarrung geführt.
Nein was wir brauchen ist eine persönliche Erfahrung, eine persönliche Beziehung mit Jesus.
Nun leben wir aber nicht mehr zur Zeit Jesus.
Wir sind auf die Geschichte angewiesen, die uns die Bibel überliefert.
Eine der schönsten Geschichten finden wir bei Lukuas im fünften Kapitel

Predigtext

Lukas 5,1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth 2 und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. 4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. 6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. 8 Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. 9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, 10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Was sagt uns dieser Text (Überblick)

  1. Aus welcher Situation kommt Petrus?

  2. Petrus ist ein relativ unbeteiligter Zuhörer

  3. Petrus lässt sich von Jesus herausfordern lassen

  4. Petrus erfährt, wer Jesus ist

  5. Petrus übergibt Jesus sein Leben

Aus welcher Situation kommt Petrus?

Er kommt aus einer ganz anderen Situation

  • vergeblicher Fischfang
  • Nachtschicht
  • Nachtarbeit
  • Chaos des Alltags
  • Aufräumarbeiten

Was steckt da alles drin?

  • Unsere vergebliche Arbeit
  • Unser ganzer Lebenfrust und Mühe
  • Die Situation der Kirche, dass sie so viel tut und doch keine neuen Gläubigen gewinnt.
  • Vielleicht auch die Situation unser Kirchengemeinde: Wir tun doch alles was wir können. So viel Kraft, so viel Mühe, so viel Aufwand und doch so wenig Wirkung.

Petrus als relativ unbeteiligter Zuhörer

Jesus bittet Petrus um Mitarbeit

3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.

  • akkustisches Hilfsmittel: das Boot auf dem See
  • Ich denke da an viele einfache Aufgaben die wir auch heute noch haben, um eine Veranstaltung vorzubereiten
    • Stühle stellen
  • Es ist eigentlich noch kein großer Glaube erforderlich
  • nur "passives" Mittun trotz langer Nacht

Es geht einfach um

  • Dabei sein
  • Jesus zuzuhören
  • Ihm "Etwas" zur Verfügung zu stellen
    • Zeit
    • Boot=materielle Ressourcen

Auch hier können wir ungeheuer viel lernen...

  • Diese erste Stufe, des Dazugehören ist wahnsinnig wichtig
  • Petrus wird von Jesus wahrgenommen
  • Er erhält eine kleine, aber wichtige Aufgabe
  • Und dabei geschieht etwas ganz natürliches: er hört Jesus zu

Petrus lässt sich von Jesus herausfordern

Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!

Plötzlich trifft uns ein Wort von Jesus

  • Was gar nicht in unseren Kram passt
  • Ein bißchen verrückt
  • Aber ungefährlich
  • Ein kleines Alltagswagnis
  • Kneifen wir jetzt?
  • Oder lassen wir es darauf ankommen?

Wir wissen nicht, was Petrus gedacht hat

  • Du blöder Rabbi, du verstehts bestimmt nichts vom Fischen!
  • Kannst du dir eingentlich vorstellen
    • Die ganze Nacht gefischt....
    • dann habe ich mein Boot für dich bereit gestellt
    • und jetzt das....
  • Er sagt nur:

    Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.

Wagnis des Glaubens

Immer wieder die gleiche Erfahrung

  • Beispiele
    • Abraham
    • Mose
    • David
    • Jeremia

Viele scheitern an diesem Punkt

  • Es ist ihnen zu riskant
  • Sie wollen sich nicht blamieren
  • Sie vertrauen Jesus nicht in einem Gebiet, wo sie meinen Experten zu sein

Wir meinen alles besser zu wissen und verstanden zu haben

  • Aber oft sind Gottes Pläne ganz anders, als wir das gedacht habe
  • Und vielleicht "fischen" wir übertragen tatsächlich an der falschen Stelle und zur falschen zeit und merken es nur nicht.

Petrus erkennt, wer Jesus ist

Der große Fischfang, anders als erwartet

  • Es sind nicht wenige sondern viele
  • Symbol für die Fülle
  • Symbol für das Menschenfischen

Symbol für die reiche Gnade Gottes in Jesus Christus

  • es ist Gottes Gnade allein
  • wir haben keinen Anspruch auf die vielen Fische
  • manchmal dürfen wir uns auch über wenige freuen

Entscheidend ist die Erfahrung mit Jesus

  • Petrus hat eine Erfahrung mit Jesus gemacht
  • die über das bloße Zuhören hinaus geht
  • die über den zunächst beschränkten Einsatz von Zeit, und Ressourcen hinaus geht
  • Jesus hat etwas für Petrus getan

Erkenntnis: Unterschied zwischen mir und Jesus

  • Wer ist Jesus ?

    Gehe von mir hinaus

  • Wer bin ich

    Ich bin ein sündiger Mesch

Art der Erkenntnis

  • kein Buchwissen
  • tiefere Erkenntnis
  • Jda im Hebräischen
  • bis ins Körperliche

    fiel auf die Füße
    ein Schrecken hat ihn erfasst

Notiz zu Jakobus:

Das ist er übrigens, der Jakobus, über den so wenig in der Bibel steht und der so viel für unsere Gemeinde bedeutet:

10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten.

Es ist also nicht nur eine Petrusgeschichte, sondern auch eine Jakobusgeschichte!

Petrus wird von Jesus berufen

Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Überwältigende Gnade

Es passiert einfach so
Augustin hat das als überwältigende Gnade beschrieben
Petrus und die anderen (damit also auch Jakobus und wir) werden in das Reich Gottes hineingezogen

Das ganze Leben verändert sich

  • Boote und Fischfang sind nicht mehr wichtig
  • Sie werden zurückgelassen
  • Jesus und sein Auftrag werden wichtig

"Menschenfischer" werden

Petrus hatte also tatsächlich in seinem Leben an der falschen Stelle gefischt
Und nach den falschen Fischen!
Seine Berufung war es nicht Fische zu fangen, sondern Menschen!
Und da Petrus der "Fels" ist auf den Jesus seine Kirche bauen wird ist das auch die Berufung der Kirche.
Und nachdem Jakobus hier ganz stllschweigend mitberufen wird "Menschenfischer" zu werden, sind auch wir als Jakobsgemeinde berufen "Menschenfischer" zu sein.

Hauptberuf oder Nebenberuf?

Es ist sicherlich nicht jedeman/jedermanns Aufgabe alles wie Petrus zurücklassen und "Menschenfischerei" zum Hauptberuf machen.
Das war auch schon zur Zeit des neuen Testamentes nicht so. Es gab auch viele Jünger Jeus, die in ihren Häusern und Berufen blieben und Jesus von ihr aus untersützen.
Aber im Nebenberuf sind wir als "Christen" alle dazu berufen "Menschenfischer" zu sein.

Warum ist die Kirche so frustiert?

Jedes Jahr verlieren wir in Deutschland eine Großstadt.
Dabei arbeiten wir so hart. Die Vollzeitichen und die Ehrenamtlichen: Wir alle könnten sagen:

Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen;

Aber vielelicht liegt es ja daran, dass wir unsere eigenen Fische fangen wollen mit unseren eigenen Wissen und Methoden, wie wir meinen das es richtig ist.

Wenn nicht all unser tun und handeln als Einzelperson, als Gemeinde oder als Kirche ganz tief von Jesus und von der Gnade herkommt
dann bleibt all unser tun "Gschaftelhuberei"
Werksgerechtigkeit, würde Luther sagen
oder Aktivismus, der uns ermüdet und ausbrennt!

Der Auftrag der Kirche ist an Jesus gebunden

Dabei ist der Aurtrag der Kirche ganz klar an Jesus gebunden:

Math 28,19-20 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Wie hälst du es mit Jesus?

Wir kommen an Jesus nicht vorbei.
Weder in unserem privaten Leben, noch als Gemeinde noch als Kirche.
Aber mann kann Jesus nicht als Konserve im Bibelladen kaufen.
Man kann ihn nicht in die Tasche stecken.
Man kann sich ihm näheren, indem wie Petrus sich einladen lässt auf ihn zu hören und uns ihm und unser Hab und Gut zur Verfügung zu stellen.
Wir könnten um die Gnade bitten, dass Jesus uns durch kleine oder große Herausforderungen im Glauben uns näher zu sich führt.
Aber eigentlich kann man sich Jesus so wie Petrus nur Knien näheren in der Erkenntnis, dass ich ein Sünder bin und seine Gnade nciht verdient habe.

Ein Herz und eine Seele

Apostelgeschichte 4,32-37

Hier finden sie den. soundtrack der Predigt.

32 Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. 33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 34 Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35 und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. 36 Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde — das heißt übersetzt: Sohn des Trostes -, ein Levit, aus Zypern gebürtig, 37 der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

Warum dieser Text so interessant ist?

Ein Text erhält einen neuen Platz in der Predigtordnung

Dieser Text spielte bisher ein Schattendaasein. Er war am 13. Sonntag nach Trinitatis unter weitern Predigtexten, den sogenannten Marginaltexten. Jetzt hat er in der neuen Predigtordnung von 2017 einen Hauptplatz bekommen. Ich jedenfalls habe über ihn noch nie gepredigt.
Warum haben frühere Kommissionen ihm nur eine Randstellung eingeräumt? War er ihnen 1978 bei er letzen Revision noch zu politisch? Zu kommunistisch gar? Und warum traut man sich ihn jetzt wieder mehr in das Bewusstsein der Gemeinden zu rücken?

Christlicher Urkommunismus?

Die Gütergemeinschaft der ersten Christen, wie sie hier beschrieben wird, wurde immer wieder auch als christlicher Urkommunismus bezeichnet:

sondern es war ihnen alles gemeinsam.

So ist es verständlich, dass man 1978 zu Zeiten des eiserenen Krieges den Ideologen auf der anderen Seite des eiserenen Vorhangs keine Munition liefern wollte.

Nährboden für Utopien

Der Kommunismus so wie ihn Marx sich vorgestellt hat, hat sich als eine politische Utopoie herausgestellt.
Utopie das heißt: Etwas zu beschreiben, was es so in der Wirklichkeit (noch) nicht gibt. Auf jeden Fall sind alle Bemühungen den Kommunismus zu verwirklichen gescheitert.
Auch unser Text enthält Anspielung auf eine politische Utopie der Antike: In Platons Staat lebten die Wächter in Gütergemeinschaft, um sich besser auf ihre Aufgabe konzentrieren zu können, den Staat zu behüten Und es gab im griechischischen, wie auch im jüdischen Umfeld verschiedene Gemeinschaften, die Gütergemeinschaft praktizierten.

Was macht unseren Text so anders?

Freiwilligkeit als Vorrausetzung

Im Unterschied zum politischen Kommunismus bestand in den Urgemeinden kein Zwang zur Gütergemeinschaft.
Es war ein Akt der Liebe und des Glaubens, wenn Gläubige ihren Besitz in die Gemeinde einbrachten.
Ein Herz und eine Seele zu sein war Vorrausetzung dafür, dass die vorhanden Güter untereinander geteilt wurden.
Im Kommunismus aber versuchte man die Einheit zwangsweise herbeizführen. Privateigentum wurde als die Quelle allen Übels verstanden. Nach dessen zwangsweiser Abschaffung, so glaubte man, wären die Menschen dann automatisch ein Herz und eine Seele, der paradiesische Urzustand!
Auch Paulus betont die Freiwilligkeit:

2Kor 9:7 Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

Das Fürsorgesystem der Urgemeinde

Es wird in diesem Text auch nicht im kommunistischen Sinne davon gesprochen, dass das Privateigentum aufgebhoben wird, sondern eher von einer gemeinsamen Sozialkasse:

Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35 und legte es den Aposteln zu Füßen;

Dadurch, dass die Jerusalemer Gemeinde viele Glieder hatte, die nicht in Jerusalem zuhause waren, z.B. die Jünger aus Galliläa, hatten diese in Jerusalem selber kein Einkommen und mussten mitvesorgt werden.
Ein ähnliches System finden wir in Apostelgeschichte 6, wo von der Versorgung der Wittwen berichtet wird:

Acts 6,1 In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung.

Es ging dabei immer darum, konkret auf Nöte zu reagieren

und man gab einem jeden, was er nötig hatte.

Martin Luther hat sich dann auch auf unsere Stelle bezogen als er nach der Schließung der Klöster in den evangelischen Gemeinden, eine Sozialkasse für Arme eingeführt hat.
Allerdings im Unterschied zur Refomration und heute wurde damals in der Urgemeinde keine Almosen in die Kasse einbezahlt.
Nicht nur wenige Münzen in den Klingebeutel.
Sondern große Summen.
Grundstücke wurden verkauft und der Erlös der Gemeinde gespendet.
Es hat also tatsächlich eine Umverteilung stattgefunden. Die Besitzenden haben sich von ihrem Besitzt getrennt, damit die Armen versorgt werden konnten!

Der Grund: Jesus Christus

Was die ersten Christen gemacht haben und wie sie es gemacht haben, ist jetzt weitgehend klar?
Aber warum haben sie ihre Habe miteinadner geteilt?

33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

Es war kein Gesetz, kein Zwang, sondern die Liebe. Diese Liebe aber gründete auf die Auferstehung Jesu Chriti, der durch die Liebe am Kreuz den Tod besiegt hatte.
Sie war alle in Jesus Christus reich beschenkt, und konnten deshalb sich selbst und ihre Güter verschenken.
Aus dieser Perpektive heraus kamen sie zur der Grundhaltung

auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.

Weil Jesus Christus ihr höchstes Gut war, spielte der eigene Besitz nicht mehr die entscheidenend Rolle. Und sie konnten sich von ihm in Liebe und freiwiliig trennen.

Ideal oder Gemeinschaft in Christus

Dietrich Bonhoeffer schreibt in seinem Buch "Gemeinsames Leben" von 1939

Christliche Gemeinschaft ist nicht ein Ideal, das wir zu verwirklichen hätten, sondern ist eine von Gott in Christus geschaffene Wirklichkeit, an der wir teilhaben dürfen.

Wo Christus und sein Wort nicht mehr im Mittelpunkt steht da bleibt nur die psychische Gemeinschaft.
Ihr Grund, so fährt Bonhoeffer fort,

ist das dunkle, undurchsichtige Treiben der menschlichen Seele

Deswegem kann der Kommunismus auch nicht funktionieren. Denn dort wo Jesus Christus nicht mehr im Mittelpunkt steht, sind wir diesem dunklen und, undurchsichtigen Treiben ausgeliefert.

Große Gnade

Gemeinschaft als Gnade

Was mich bei Bonhoeffer persönlich angesprochen hat ist der Satz

Sichtbare Gemeinschaft ist Gnade

Es ist nicht selbstverständlich, das wir diese Gemeinschaft in Christus erleben können. Sie ist ein Gnadengeschenk
Oft führt uns Gott auch in die Einsamkeit und wir müssen mitten unter den Feinden Christi leben.
So wie Jesus am Kreuz
Paulus und Bonoeffer im Gefängnis
Oder wie die Jerusalemer Urgemeinde, die nach dieser Gnadenzeit durch Verfolgung in alle Länder zerstreut wurde, um das Evangelium zu verkündigen.

Die Gnadenzeit der Urgemeinde

Über die ersten Christen in Jerusalem heißt es in unserem Predigttext

und große Gnade war bei ihnen allen.

Was heißt dieser Satz?
Die Gnade war mit ihnen, weil es ein starkes Zeugnis für den auferstandenen Herrn gegeben hat. Soweit so gut.
Aber dieses Zeugnis war kein leeres Geschwätz.
Nicht umsonst hat der Kirchenhistoriker Adolf von Harnack in seinem Werk "Mission und Ausbreitung des Christentums in den ersten drei Jahrhunderten" fesgestellt, dass die effektive Armen- und Krankenfürsorge ein Grund für die rasche Ausbreitung des Christentums war.
Alle Menschen sahen und spürten:
Der Aufertandene wirkt unter den Christen
Seine Liebe ist so stark, dass Menschen seinem Gebot an den reichen Jüngling folgen:

Mark 10,21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!

Die Christen in Jerusalem haben dieses Wort Jesu befolgt. Das die Jerusalemer Gemeinde keine Rücklagen gebildet hat und dann auf die Hilfe anderer Gemeinden angewiesen war, ist eine andere Geschichte.

Seine Liebe ist so stark, dass sich die Christen um die Bedürtigten kümmern

Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte;

Hier war in Jesus Christus ein neues Zeitalter angebrochen, in dem Liebe und Barmherzigkeit, die Not dieser Welt besiegten.

Die Liebe des Auferstandenen ist so stark, dass Menschen ein Herz und eine Seele sind, eine starke lebendige Gemeinschaft

Diese Gnade der Gemeinschaft in Jesus Christus schenke Gott unserer Gemeinde!
Amen

Pfingsten

Pfingsten Apg 2,1-18

Hören sie hier den soundtrack

Was ist los?

Jesus ist fort

  • gespannte Erwartungen

  • Furcht vor Verfolgungen

  • verschließen sich im Raum

Gedanken der Jünger

  • War es das jetzt?

  • Werden wir alle sterben, wie Jesus?

  • Was hat das allles zu bedeuteten?

Mischung aus Furcht und Hoffnung

Das Ereignis

Äußere Zeichen

Brausen vom Himmel

  • Geist als Wind

1Kön 19,12 Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.

erfüllte das ganze Haus

2Chr 7,1 Und als Salomo sein Gebet vollendet hatte, (a) fiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer, und (b) die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus,

Feuerzungen

  • reinigende Kraft

Auswirkungen

  • Coming out
  • Überwindung der Frucht
  • Vom Zweifeln zum Bekennen
  • Vom Schweigen zum lauten Sprechen
  • Vom Nichtverstehen zum Verstehen
  • Die Sprachbarieren die aus der Sicht der Bibel seid dem Turmbau von Babel entstanden sind werden überwunden

Deutung

  • schon damals umstritten

sie sind voll des süßen Weins

  • Braucht der Ausdeutung durch die Predigt und das Alte testament

  • Petrus beruft sich auf den Propheten Joel

Ap. 2,16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist: 17 »Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, daß ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Traumgesichte haben; 18 und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen.

Damit wird deutlich: Was hier passiert ist Gottes Werk. Es sind nicht ein paar Verrückte die ausflippen. Es ist vorhergesagt. Und jetzt ist es erfüllt.

Wie gehen wir heute damit um?

Haben charismatische Erfahrungen in der Großkirche überhaupt ihren Platz?

Ich habe schon viel gehört in unser bayerischen Landeskirche

  • Das hat hier bei uns keinen Platz
  • Das hat hier keine Tradition

Ist das nur etwas für die Pfingstkirchen oder charismatische Sondergruppen

  • Sind wir nur eine Kirche des Wortes

  • die sich nicht auf eine zweideutige Erfahrung einlässt?

Warum aber steht das dann in der Bibel?

  • im AT und NT wird über den Geist berichtet?

der durch die Propheten gesprochen (heißt es im Nicaenum)

zudem ist Pfingsten doch die Geburtsstunde unserer Kirche?

  • jeder Kirche

  • und damit auch der Lutherischen

Der Gehalt - Pfingsten als soziale Erfahrung

sie waren zusammen an einem Ort

keine mystische Einzelerfahrung

Dass der Heilige Geiste einzelne Menschen tief berührt.
Das er ihnen tief ins Herz spricht
Ihnen Jesus ganz nahe bringt
Das kommt auch vor, jeden Tag
Und es damals zu Pfingsten auch passiert
Aber das Besondere war, dass sie es alle zusammen erfahren haben.

Unterscheidet sich auch von der Zugenrede, die Paulus erwähnt= Sprachwunder

  • individuelle Gabe
  • Engelsprache
  • dient der eigenen Auferbauung

eine öffentliche Erfahrung

  • sie findet nicht mal in einem Gebäude sondern aufe einem öffentlichen Platz statt
  • alle können das Evangelium hören
  • alle können die Jünger sehen

begleitet durch die Predigt

sie hat Auswirkung auf die Kirche: positiv

  • keine Spaltung
  • Zuwachs von Gläubigen

Wo machen wir diese Erfahrung heute?

Wir haben alle positive Erfahrungen mit Gemeinschaft, sonst wären wir heute morgen nicht hier

  • Beim Gottesdienst
  • Feste (Jakoberkirchweih)
  • Bibelfrühstück
    Und wir vermissen diese Art von sozialen Kontakten jetzt gerade sehr

Aber wir lieben Veranstaltungen, wo wir uns sicher fühlen

Ein gutes Beispiel dafür ist unser traditioneller liturgischer Gottesdienst

  • es ist alles geregelt
  • bis auf das Singen der Lieder (und das ausführliche Singen vermissen wir jetzt besonders)
  • ich brauche, wenn ich nicht will, nichts Persönliches von mir preisgeben
  • ich kann die Türen meines Herzens verschlossen halten, wie die Jünger ihre Türe verschlossen hatten aus Angst vor den Juden

Wir sind schon sehr merkwürdige Wesen

Wir sehen uns nach tiefer echter Gemeinschaft

  • Wir brauchen Beziehungen
  • Unser Gehirn ist darauf angelegt
  • gerade in Zeiten des social distancing wird uns das neu bewust
  • wir haben einen Hunger nach sozialer Nähe

Aber gleichzeitig haben wir davor Angst

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß

  • Angst voreinander
  • Angst sich bloss zu stellen
  • Angst, das Falsche zu sagen
  • Angst vor religiöser Erfahrung

eigenes Thema:

Durch die Erfahrung er Vergebung durch Jesus Christus am Kreuz wird die Angst überwunden. Auch das ist das Werk des Hl. Geistes. Erlösung und Versöhnung

So bleibt Pfingsten aktuell

  • Es ruft uns auf zu gemeinsam Warten, Hoffen, Beten, wie die Jünger amals

  • Darum zu bitten, dass wir unsere Angst voreinenader überwinden

  • Pfingsten gibt uns die Hoffnung , dass Gottes Geist uns verbindet und uns tiefe Gemeinschaft schenkt.

  • Dass Gott es ist, der die Kirche am Lebe erhält durch und in seinem Sohn Jesus Christus, dessen Geist in uns lebt. Amen

Der unfassbare Hl. Geist

Was mich am Hl. Geist ärgert, ist dass er so unfassbar ist.
Wenn es um Jesus geht, dann haben wir umfangreiches Material in den Evangelien. Eine historische Persönlichkeit. Manches mag zwar umstritten sein, aber wir haben ihn immerhin.
Auch bei Gott dem Vater gibt es einiges zu bereden. Es geht ja darum, ob und wer die Welt erschaffen hat.
Aber beim Geist. Er ist geradzu glitschig, nicht umsonst wird er ja mit Wasser verglichen, er ist flüchtig wie der Wind und fliegt wie eine Taube davon.
Mein ganzes Leben bin ich jetzt schon auf der Suche nach ihm. Forsche, frage, erfahre und scheine doch nicht weiter zu kommen.

Geist als empirischer Begriff

Man kann ihn noch eingermaßen als ein individuelles und interpersonelles Phänomen beschreiben. Neurologisch und soziologisch gibt es darüber viel zu sagen. Doch leider finde ich dazu in vielen Theologiebüchern nichts. So wird das Menschliche oft ausgeklammert. Und viele sind über diese Falle gestolpert in dem sie menschliche Phänomene mit dem Etikett "heilig" versehen haben.
Man meinte es wäre ein göttliches Phänomen und landet dann doch wieder auf dem Boden der irdischen Wirklichkeiten. Das ist Geist als empirischer Begriff.
Hier lasssen sich tatsächlich einfache Aussagen machen: Geist ist wenn es fließt. Wenn es einfach ist. Wenn ich mich, wenn wir uns leicht und unbeschwert fühlen. Geist das ist der Flow.
Es geht dabei um zentrale Fragen des ganzheitlichen Wohlbefinden eines Menschens. Und es werden dabei wichtige Fragen der Selbssteuerung des Menschen berührt.

Geist als virtueller Begriff

Doch das, was die Bibel und die altkirchlichen Bekenntnise über den Geist lehren, ist noch mal etwas ganz Anderes: der Geist ist keine menschliche Dimension, sonder eine Dimeinsion des Göttlichen. Er ist nicht nur eine unpersönliche Naturkraft, sondern hat an Gottes Personalität Anteil. Damit ist der Geist nicht nur Erfahrung, sonder ein virtueller Begriff, ein Symbol. Es interpretiert Erfahrungen und es verändert Erfahhrungen. Allerdings sind diese Pneumatologien mit Vorsicht zu genießen. Denn sie machen es kompliziert.
Sie sind deshalb nur noch bedingt für Selbststeuerungsprozesse verwendbar.

Das Vaterunser

Das Vaterunser

Predigttext

Matth 6,6-15 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 9 Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. 11 Unser tägliches Brot gib uns heute. 12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.] 14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. 15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Die Mitte der Bergpredigt , das Leben in der Mitte gerahmt von Gott

Vaterunser nimmt eine zentrale Stelle in der Bergpredigt ein

Es liegt genau in der Mitte
Damit ist das Gebet das zentrale Thema der Berpredigt
Und Gebet sollte das zentrale Thema unseres Lebens sein

Komposition des Vaterunser

Unser Leben umrahmt, gerahmt von Gott
Aussage von Gott am Anfang und am Schluss
Dazwischen Aussagen, die um unser Leben gehen

In der Mitte steht das Leben, so wie es ist

Der Kampf und das tägliche Brot

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir zu Essen haben

Oder man könne in unseren unischeren Coronazeiten auch sagen:

  • Wir leben von einem Tag auf den anderen

Man weiß wie abhängig man ist

  • Wenn man von einem Tag auf den andern plant
  • wenn man auf Arbeitssuche ist
  • Wenn man durch eine Krankheit nicht weiß, was morgen kommt
  • oder eben jetzt in Coronazeiten, nicht weiß was der nächste Tag bringt

Situation der Tagelöhner

  • Andere Übersetzung: gibt uns heute das Brot für morgen
  • Von einem Tag auf dem anderen leben

Der Kampf um Schuld und Vergebung

oder man könnt auch sagen; die Sorge um gute Beziehungen
denn Bezieungen sind immer wieder bedroht

Schuld passiert

  • Menschen verfehlen sich an die Liebe zueinander

Wir sind aufgefordert zu vergeben

Aber es sind nicht nur die andere die Mist bauen

  • Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet
  • Splitter und Balken
  • Jesus warnt später in der Bergpredigt davor, die Schuld nur bei den andern zu sehen

Und vergib uns unsere Schuld

  • Die eigene Schuld, die eigenen Fehler zu sehen
  • Das ist oft schwierig

Der Kampf gegen Versuchung und das Böse

Wir sehen Versuchung oft als harmlos an

  • Süße Versuchung: Schockolade

Warum tun Menschen immer wieder das

  • Was sie eigentlich nicht tun sollten
  • Selbst nach bestem Gewissen nicht
  • Und trotzdem hauen sie in die Kerbe und tun das, was nicht gut und richtig ist?

Wer der Versuchung nachgibt

  • Liefert sich dem Bösen aus
  • Begibt sich in Abhängigeiten
  • Und braucht dann tatsächlich Erlösung

Wieder ist die Bibel, wie wir so oft gesehen haben sehr realistisch

Sie weiß um die Wirklichkeit des Lebens

wie z.B. auch die Seligpreisungen

  • Selig sind die Leid tragen
  • Selig sind die hungern und dürsten nach der Gerichtigkeit
  • Selig sind verfolgt werden

Das ist also das Leben, unser Leben

  • Es ist Angst und Sorge
    • Um das tägliche Brot
    • Um das tägliche Überleben
  • Es ist die Suche nach Liebe und Annahme
    • Inmitten von Schuld
    • Und Verletzungen
  • Es die Suche nach Heil und Bewahrung
    • Inmitten von Versuchung
    • Und unguten Kräften die auf uns einwirken

Ist es also eine Alternative dieses leben von Gott rahmen zu lassen

Das Vaterunser stellt unser Leben noch mal in ein neues Licht

Wie in der Bergpredigt

Matth 5,2 ff: Selig sind die Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden
Selig sind die hungern und dürsten nach Gerechitkgeit, denn sie sollen satt werden
Selig sind die um der Gerechtigkeit weil Verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich

Matt. 6:34   Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.«

Gebete ist immer wieder der bewusste Handlung unser Leben in diesen Rahmen zu stellen

Ein Reframaming wie die Psychologen sagen

Es braucht dazu nicht viele Worte

In vier einfachen Bitten legen wir unser ganzes Leben vor Gott

  • Gibt uns unser täglich Brot
  • Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
  • Und führe uns nicht Versuchung
  • Sondern erlöse uns von dem Bösen

Gebet ist

  • Gott unser Leben vor die Füße zu legen
  • Ihn in unser Leben einzulassen

Gleichzeitig geschieht damit aber auch eine Verschiebung

"dein" nicht "mein"

  • dein Name werde geheiligt
  • dein Reich Komme
  • dein Wille geschehe
  • denn dein ist das Reich….

und eben nicht

  • mein Name werde hochgejubelt
  • meine Herrschaft über Dinge und Menschen
  • mein Wille

Die Anrede

Vater

  • aramäisch Abba
    • Richtige Übersetzung ist Papa (JMEM)
  • einmalige nur von Jesus so gebrauchte Anrede
  • Nähe Gottes zu seinen Kindern
  • Ausdruck der Fürsorge und Liebe
  • aber auch unsere Verantwortung als seine Kinder

unser

  • nicht nur mein Vater
  • auch der Vater des anderen
    • der Arbeitskollegen den ich nicht mag
    • der Schulkamerad, der mich ärgert

Vaterunser spiegelt unser Leben

In der Mitte steht unser Leben

  • Ein sehr zerbrechliches Leben, wie wir gesehen haben
  • Das der Fürbitte bedarf
  • In dem aber auch Gottes Wille geschehen soll
  • Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden

Umrahmt ist dieses Leben aber im Vaterunser vom Blick auf Gott

  • Das Vaterunser wendet unsern Blick auf Gott
  • Auf den liebenden Vater
  • Aber auch auf dem dem alle Herrschaft und Ehre gehört
  • Auf den Gott, der unser Leben umgibt und trägt

Singen tut gut!

Eine Predigt zum Sonntag Kantate

Zum Mithöhren

Predigttext

2Chr. 5:2   Damals versammelte Salomo die Ältesten von Israel und alle Oberhäupter der Stämme, die Fürsten der Geschlechter der Söhne Israel, nach Jerusalem, um die Lade des Bundes des HERRN heraufzuholen aus der Stadt Davids, das ist Zion. 3 Und alle Männer von Israel versammelten sich zum König an dem Fest [im Monat Etanim], das ist der siebte Monat. 4 Alle Ältesten von Israel kamen. Und die Leviten trugen die Lade. 5 Und sie brachten die Lade hinauf, dazu das Zelt der Begegnung und alle heiligen Geräte, die im Zelt waren. Die Priester [und] die Leviten brachten sie hinauf.
( 6 Und der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die sich bei ihm eingefunden hatte [und] vor der Lade [stand], opferten Schafe und Rinder, die vor Menge nicht berechnet und nicht gezählt werden konnten. 7 Und die Priester brachten die Lade des Bundes des HERRN an ihren Platz, in den Hinterraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim. 8 Denn die Cherubim breiteten die Flügel aus über den Platz der Lade, und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her. 9 Und die Stangen waren so lang, daß die Enden der Stangen vom Heiligen aus vor dem Hinterraum zu sehen waren. Aber nach außen waren sie nicht sichtbar. Und sie sind dort bis zum heutigen Tag. 10 Nichts war in der Lade als nur die beiden Tafeln, die Mose am Horeb hineingetan hatte, als der HERR [einen Bund] schloß mit den Söhnen Israel, als sie aus Ägypten zogen.. 5:11   Und es geschah, als die Priester aus dem Heiligen hinausgingen - denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne sich an die Abteilungen zu halten )
12 und als die Leviten, die Sänger [waren], sie alle, nämlich Asaf, Heman, Jedutun, ihre Söhne und ihre Brüder, in Byssus gekleidet, mit Zimbeln und mit Harfen und Zithern an der Ostseite des Altars standen und bei ihnen etwa 120 Priester, die auf Trompeten trompeteten, - 13 und es geschah, als die Trompeter und die Sänger wie ein [Mann waren], um eine Stimme hören zu lassen, den HERRN zu loben und zu preisen, und als sie die Stimme erhoben mit Trompeten und Zimbeln und Musikinstrumenten beim Lob des HERRN: Denn er ist gütig, denn seine Gnade [währt] ewig! - da wurde das Haus, das Haus des HERRN, mit einer Wolke erfüllt. 14 Und die Priester konnten wegen der Wolke nicht hinzutreten, um den Dienst zu verrichten. Denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

Ein gewaltiger Gottesdienst damals

Welch ein gewaltiger Gottesdienst?
Wieviele Menschen mögen es wohl gewesen sein?

  • Alle Ältesten,
  • alle Oberhäupter,
  • alle Männer Israels!
  • Und sicherlich auch noch viele Frauen und Kinder!

In Coronazeiten wäre das gar nicht erlaubt.
Und welch ein freudiger Anlass?

  • Ein Tempelweihfest,
  • ein Kirchweihfest!

Feierlich wird die Bundeslade in einem großen Festzug in den Tempel geholt.
Welch ein gewaltiges Ensemble:

  • 120 Priester mit Trompeten.

Auch das wäre heute in Coronazeiten gar nicht erlaubt. Blasinstrumente sind verboten, nur kleine Vokalensembles mit vier Spielern.
Und welch ein überwältigender Gesang!

"Denn er ist gütig und seine Gnade währet ewig"

Und welche außergewöhnliche Wirkung !
Die Herrlickeit Gottes erscheint.
Sie heißt auf habräisch Kabod, wörtlich die Schwere.
Diese Kabod, war so stark zu spüren, dass die Priester nicht näher treten konnten.

Ein dürftiger Gottesdienst heute

Tja, das war damals und bei uns heute?
Heute ist Sonntag "Kantate"- zu deutsch "Singet"

  • Wir dürfen nur wenige Strophen singen.
  • Die Masken behindern uns dabei.
  • Wir müssen mit zwei Meter Abstand sitzen.

Das erinnert uns an die Worte von Paulus

2Kor. 4:7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.

Irdene Gefäße das sind Gefäße aus Ton.
Die sind kaputt, wenn sie runterfallen.

Ja die Zeichen von Corona in unser Kirche sind sehr irdisch:

  • Masken,
  • markierte Bänke,
  • Desinfektionsmittel.

Sie machen uns deutlich, wie verletzlich und irdisch, wir alle sind!

  • Wie sehr uns Leben von einem kleinen Virus bedroht ist.
  • Wie sterblich wir doch alle sind.

Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zum Staube

So spreche ich es bei jeder Beerdigung am Grab

Die Herrlichkeit Gottes ist auch heute da

Und doch ist sie auch heute da: Die Herrlichkeit Gottes!
Wir spüren sie hier in unser vertrauten Jakobskirche.
Genau können wir es auch nicht sagen, was es eigentlich ist.

  • Sind es die Bilder an den Wänden?
  • Der Lichteinfall durch die Fenster?
  • Irgendetwas rührt uns hier an, tief in unserer Seele.

Deswegen haben wir sie ja auch so vermißt unsere Kirche, unseren Gottesdienst.

Die Herrlichkeit Gottes im Alten Testament

Von welchem Ort hören wir in unserem Predigttext?

Das Zelt der Begegnung

Die Bundeslade war ein Kasten, in dem die beiden Gebotstafeln aufbewahrt wurden.
Moses hatte sie von Gott persönlich auf dem Berg Sinai empfangen.
Über Jahrhunderte wurde die Lade mit den Tafeln in einem mobilen Heiligum, dem Zelt der Begegnung, transportiert.

  • Hier im Zelt der Begnung war Gott gegenwärtig.
  • Hier konnte Moses mit Gott reden.
  • Das Zelt der Begegnung zog mit dem Volk Israel durch die Wüste von einem Ort zum anderen.

Der Tempel in Jerusalem

Nun hatte König Salomon einen festen Tempel aus Stein gebaut.
Zur Einweihung des Tempels wurde die Bundeslade in das Allerheiligste des Tempels, die innere Tempelkammer gebracht.

  • Dort wurde sie für Jahrhunderte eingeschlossen.
  • Der Hohepriester durfte den Raum nur einmal im Jahr, am Versöhnungstag betreten.
  • Der ursprüngliche Inhalt der Kammer ging wahrscheinlich durch die Zerstörtung des Tempels durch die Babylonier verloren.

Die Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus

Der Vorhang im Tempel zerreißt

Was zur Zeit Jesu in der Kammer war, wissen wir nicht. Vielleicht war sie leer oder es stand dort nur eine Nachbildung.
Aber als Jesus am Kreuz starb, so schreibt es die Bibel, riss der schwere Vorhang, der die Kammer vom Hauptraum trennte entzwei:

Mark 15:38 Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.

Damit war die Herrlichkeit Gottes, die über Jahrhunderte verschlossen war nun wieder sichbar.

Und wir sahen seine Herrlichkeit

In Jesus Christus am Kreuz war sie zugleich enthüllt und verhüllt.
Da haben wir ihn wieder den Schatz in den irdischen Gefässen.
In Jesus Christus ist die Herrlichkeit Gottes sichbar.

Joh 1: 14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Im Stall von Bethlehem, in dem Wanderprediger aus Galliläa und am Kreuz von Golgatha.
Übeall dort ist Gott spürbar und sichbar, mitten in dieser Welt.

Das Geschenk der Gegenwart Gottes

Diese Herrlichkeit Gottes ist uns in Jesus Christus geschenkt.
Im zweiten Korinterhbrief redet Paulus davon, dass wir Gottes Herrlichkeit sehen dürfen und dadurch in Gottes Ebendbild verwandelt werden:

2 Kor 3: 18 Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.

Wenn wir Gott begegnen, dann passiert etws mit uns.

  • Es kann hier in der Kirche geschehen.
  • Oder beim stillen Gebet und Bibellesen zu hause.

Aber was passiert da eigentlich?

Wir müssen ja in diesen Tagen viel auf die Hygiene achten.
Auf äußere Reinheit.
Aber was ist mit der inneren Reinheit?
Wer reißt uns immer wieder heraus aus unseren finsteren Herzenswegen?
Aus Unglaube, Verzweiflung, Angst, Lieblosigkeit?
Es ist Jesus Christus
Der Kontakt mit ihm verändert uns.
Wenn wir auf ihn sehen und hören, elektrisiert er uns.
Er energetisiert uns.
Denn wier sehen in ihm und durch ihm auf Gott selbst.

Was geschieht beim Singen?

Singen und die Herrlichkeit Gottes

Was hat nun all das mit Singen zu tun?
Warum wird Gottes Gegenwart in unserem Predigttext so stark, als alle zu Singen anfangen und die 120 Priester in ihre Trompeten blasen?
Es gibt viele Geheimnisse, die wir noch nicht verstehen.

Ps 22: 4 Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.

Singen verändert uns von Innen heraus

Forscher haben herausgefunden, dass sich die Gehirnfrequenzen einer musizierendne Band aneinander angleichen.
Während des Musizieren und Singens erfahren wir also eine Einheit auf tieferer Ebene
Etwas ergreift uns,
Etwas berührt uns tief drinnen.
Deswegen fordert uns Paulus auf:

Eph. 5:19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen

Auch Martin Luther an immer wieder in schweren Stunden zu seiner Laute gegriffen.
Und so gibt es ja auch sehr viele Musikinitativen in Zeiten von Corona: Mutmachsongs, Balkonkonzerte und über das Internet vernetzte Chöre

Unser Gesang heute nur ein Tropfen auf den Heißen Stein?

Wir dürfen heute nicht viele Verse singen.
Sie sind wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Unsere Seele dürstet nach Gott
Aber vielleicht sind ja gerade diese wenigen Strophen so unendlich kostbar.
Nehmen sie mit nach hause
Lassen Sie in ihrem Herzen weiterklingen oder singen sie laut weiter

Du bist nicht allein

Math 28:16 Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Du bist nicht allein!

So heißt das Thema unseres Gottesdienstes

Dabei machen wir gerade ganz viele Erfahrungen mit Alleinsein.

  • Wir sitzen alleine im Zimmer.
  • Haben nur Kontakt über Telefon oder Zoom
  • Ganz besonders schwierig ist die Situation für Studierende aus dem Ausland
  • Wir spüren auf einmal wie wichtig uns soziale Kontakte sind.

Der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen.

  • Wir brauchen uns!
  • Wir vermissen uns!
    Telefon und Videokonferenz sind kein Ersatz für eine Umarmung oder einen Kuss

Jesus sagt: „Ich bin bei euch“
„alle Tage bis an das Ende der Welt“

Ist die Welt schon untergegangen?

Gott sei Dank noch nicht.
Nein, wir leben noch.
Also gilt der Satz, den Jesus sagt noch:
„Ich bin bei Euch“
Die spannende Frage ist:

„Wie ist Jesus bei uns?“

Wie kann einer, der vor 2000 Jahren gekreuzigt worden ist, bei uns sein?

Und die römischen Soldaten, die ihn ans Kreuz annagelten, verstanden ihr Handwerk.
Wie kann einer,der von den Toten auferstanden ist bei sein?
Die Physiker, Naturwissenschaftler und Techniker unter euch könnten sich nun den Kopf zerbrechen:
Wenn es stimmt, dass es Äquivalente zwischen Masse, Energie und Information gibt, ist vieles möglich.
Man diskutiert sogar darüber ob es Paralleluniversen gibt.
Warum sollt es also unmöglich sein, dass Jesus auferstanden ist und in einer anderen Dimension, die wir nicht begreifen, bei uns ist.

Persönlich glaube ich:

Wenn wir unser Herz für Jesus öffnen, dann ist Jesus ganz stark in unseren Gedanken gegenwärtig.
Jesus füllt uns dann ganz aus von Innen her aus
Über diese Erfahrung können wir gerne dann noch im Chat sprechen.

Jesus sagt: „Mir ist gegeben alle Vollmacht im Himmel und auf Erden“

Schwer zu glauben, dass Jesus alle Vollmacht hat auf dieser Erde.

So viel ist ja nicht Ordnung

  • Krieg und Gewalt.
  • Und jetzt die Corona -Pandemie.

    Aber Vollmacht heißt, er hat die Möglichkeit, alles zu tun.

    Möglichkeit heißt, Jesus kann alles tun aber er muss nicht alles tun.
    Gott hat sich für einen anderen Weg entschieden.
    Jesus sendet seine Jünger in unserem Text hinaus in die Welt

    Wir Menschen sind seine Möglichkeit.

    Du bist seine Möglichkeit
    Gott hat dich erschaffen
    Die Zahl der Möglichkeiten die menschliche DNA zu kombinieren übersteigt sogar die Zahl der Atome im Universum, sagen Fachleute
    Wie dem auch sei, du bist eine von Gottes Möglichkeiten
    Einzigartig
    Jede und jeder ist ein Gedanke Gottes
    Dir ist die Gabe des Lebens geschenkt

In unserem Predigttext spricht Jesus von der Taufe.

Die Taufe ist ein Sakrament, das evangelische und katholische Christen mit allen Christen auf der Welt verbindet.
An sieh denken wir jetzt, wenn wir auf unsere Kerzen sehen.
Die meisten von uns haben sogar eine Taufkerze, die bei ihrer Taufe angezündet wurde.
In der Taufe sagt Gott zu uns:
Er möchte sich in dir und durch dich verwirklichen

Und er sagt zu Dir: Ich bin bei dir, du bist nicht allein!

Ich bin bei dir in meinem auferstanden Sohn Jesus Christus-
Über Dein Verstehen und Begreifen hinaus.
Amem