Du bist nicht allein

Math 28:16 Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Du bist nicht allein!

So heißt das Thema unseres Gottesdienstes

Dabei machen wir gerade ganz viele Erfahrungen mit Alleinsein.

  • Wir sitzen alleine im Zimmer.
  • Haben nur Kontakt über Telefon oder Zoom
  • Ganz besonders schwierig ist die Situation für Studierende aus dem Ausland
  • Wir spüren auf einmal wie wichtig uns soziale Kontakte sind.

Der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen.

  • Wir brauchen uns!
  • Wir vermissen uns!
    Telefon und Videokonferenz sind kein Ersatz für eine Umarmung oder einen Kuss

Jesus sagt: „Ich bin bei euch“
„alle Tage bis an das Ende der Welt“

Ist die Welt schon untergegangen?

Gott sei Dank noch nicht.
Nein, wir leben noch.
Also gilt der Satz, den Jesus sagt noch:
„Ich bin bei Euch“
Die spannende Frage ist:

„Wie ist Jesus bei uns?“

Wie kann einer, der vor 2000 Jahren gekreuzigt worden ist, bei uns sein?

Und die römischen Soldaten, die ihn ans Kreuz annagelten, verstanden ihr Handwerk.
Wie kann einer,der von den Toten auferstanden ist bei sein?
Die Physiker, Naturwissenschaftler und Techniker unter euch könnten sich nun den Kopf zerbrechen:
Wenn es stimmt, dass es Äquivalente zwischen Masse, Energie und Information gibt, ist vieles möglich.
Man diskutiert sogar darüber ob es Paralleluniversen gibt.
Warum sollt es also unmöglich sein, dass Jesus auferstanden ist und in einer anderen Dimension, die wir nicht begreifen, bei uns ist.

Persönlich glaube ich:

Wenn wir unser Herz für Jesus öffnen, dann ist Jesus ganz stark in unseren Gedanken gegenwärtig.
Jesus füllt uns dann ganz aus von Innen her aus
Über diese Erfahrung können wir gerne dann noch im Chat sprechen.

Jesus sagt: „Mir ist gegeben alle Vollmacht im Himmel und auf Erden“

Schwer zu glauben, dass Jesus alle Vollmacht hat auf dieser Erde.

So viel ist ja nicht Ordnung

  • Krieg und Gewalt.
  • Und jetzt die Corona -Pandemie.

    Aber Vollmacht heißt, er hat die Möglichkeit, alles zu tun.

    Möglichkeit heißt, Jesus kann alles tun aber er muss nicht alles tun.
    Gott hat sich für einen anderen Weg entschieden.
    Jesus sendet seine Jünger in unserem Text hinaus in die Welt

    Wir Menschen sind seine Möglichkeit.

    Du bist seine Möglichkeit
    Gott hat dich erschaffen
    Die Zahl der Möglichkeiten die menschliche DNA zu kombinieren übersteigt sogar die Zahl der Atome im Universum, sagen Fachleute
    Wie dem auch sei, du bist eine von Gottes Möglichkeiten
    Einzigartig
    Jede und jeder ist ein Gedanke Gottes
    Dir ist die Gabe des Lebens geschenkt

In unserem Predigttext spricht Jesus von der Taufe.

Die Taufe ist ein Sakrament, das evangelische und katholische Christen mit allen Christen auf der Welt verbindet.
An sieh denken wir jetzt, wenn wir auf unsere Kerzen sehen.
Die meisten von uns haben sogar eine Taufkerze, die bei ihrer Taufe angezündet wurde.
In der Taufe sagt Gott zu uns:
Er möchte sich in dir und durch dich verwirklichen

Und er sagt zu Dir: Ich bin bei dir, du bist nicht allein!

Ich bin bei dir in meinem auferstanden Sohn Jesus Christus-
Über Dein Verstehen und Begreifen hinaus.
Amem

Jesus und die Streichhölzer

Hebräer 10,23 Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; 24 und lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken 25 und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.

Forscher haben herausgefunden:
Es gibt ein innere Kraft, die uns hilft, Krisen zu überstehen.
Sie nennen diese Widerstandskraft Resilenz.
Langzeitstudien haben ergeben:
Unsere Widerstandskraft wird durch die Verbundenheit mit einer christlichen Gemeinschaft gestärkt.
Warum ist das so?
Christen helfen und stärken sich gegenseitig.

Ein Streichholz kann man durchbrechen.
Mehrere Streichhölzer nicht.

Sie geben sich gegenseitig Halt.
Das soll aber in Liebe und gegenseitiger Achtung geschehen.
Echte christliche Gemeinschaft führt nicht in die Enge
Sie führt in die Weite

Aber es ist nicht nur die Kraft, der vielen einzelnen kleinen Streichhölzer die uns trägt.
Es gibt da noch einen, der ganz fest bei uns ist.

Wir als als Streichhölzer sind ja nur klein und zerbrechlich.
Er ist wie ein starker Stamm an dem wir uns anlehnen dürfen.

Er ist wie eine Hülle, die uns als Streichholzbündel schützend umgibt.

Ich rede von Jesus Christus.
Er ist das große Thema des Hebräerbriefes.
Er ist der Mittler, der Hohepriester zwischen Gott und uns Menschen.
Das Bekenntnis zu ihm nennt der Hebräerbrief: Bekenntnis der Hoffnung
An dem Bekenntnis zu Jesus sollen wir festhalten.
Gerade jetzt in diesen Zeiten.
Durch Jesus gehören wir alle zur weltweiten Familie Gottes.
Wir sind nicht allein.
Wir sind durch den heiligen Geist als Schwestern und Brüder verbunden.
Diese Gemeinschaft stärkt und trägt uns, gerade jetzt in Krisenzeiten.

Wie kann das heute konkret aussehen?

Gerade heute gilt es aufeinander zu sehen.
Wo ist jemand der Hilfe braucht?
Wo ist jemand dem die Isolation zu schaffen macht?
Wir sind aufgerufen auf die Schwächeren acht zu geben.
Wir sollen andere schützen, indem wir Masken tragen.
Gerade jetzt gilt es, den Kontakt zueinander aufrecht zu erhalten
Wir haben trotzdem ja noch so viele Mittel und Möglichkeiten um miteinander in Verbindung zu bleiben
Nützen wir sie!

Kraft von oben

Tröstende Worte in schwerer Zeit

Predigttext

Der Predigttext steht im Buch des Propheten Jesaia im 40. Kapitel

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. 27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; 31 aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Worte aus einer fernen Zeit

Was für tröstende Worte! Als würden sie genau in unsere Zeit passen? Dabei war die Zeit, in der diese Worte hineingesprochen wurden, durchaus eine andere. Es gab keine Pandemie, sondern eine nationale Katastrophe.

Der politische Untergang der Königreiche Israel und Juda

Die Bibel berichtet sehr ausführlich im Buch der Könige, wie das Königreich Juda in eine politische Kathastrophe schlitterte. Ein kleines Königreich, dass im Einflussbereich zweier Großmächte stand. Ägypten, die antike Supermacht und die Reiche des Zweistromlandes. Zunächst die Assyrerer und dann die Babylonier. Schon 722 v. Christus war das Nordreich Israel von den Assyrern erobert worden. Das Südreich mit der Hauptstadt Jerusalem konnten sich noch bis 587 v. Chr. halten. Dann wurde es von den Babylonieren erobert und zerstört. Die Oberschicht wurde nach Babylon verschleppt.

Die inneren Gründe für den Untergang

Es waren aber nicht nur die äußeren Feinde, sondern auch der innere Zerfall, der zum Untergang führte. Deshalb mahnt der Prophet Jesaia (Jesai 7:9)

Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht.

In schwierigen Situationen kann nur der Überleben, der nicht auf sich selber, sondern auf Gott vertraut. Die Bibel immer wieder von politischen Fehleinschätzungen und Überschätzung der eigenen Stärke und Möglichkeiten. Dies hat dann von Innen her zum Untergang des Königreiches Juda geführt.

Das Trostbuch von der Erlösung Israels

Und nun setzt mit Kapitel 40 im Buch des Propheten Jesaia ein neue Epoche ein:

Is. 40:1 Tröstet, tröstet mein Volk! , spricht euer Gott. 2 Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des Herrn für alle ihre Sünden.

Der Prophet verkündet den in Babylon Gefangenen den Anbruch einer Gnadenzeit. Politisch hatten die Perser unter König Kyros 539 v.Chr. die Babylonier besiegt. Ein Jahr später gestattet Kyros die Rückkehr nach Jerusalem und den Wiederaufbau des Tempels.

Was diese Worte uns heute sagen

Die Worte aus dem Buch des Propheten Jesaia sind also Worte nach der Katastrophe, wenn es wieder besser geht. Wenn es begründeten Anlass zur Hoffnung gibt.
Dürfen wir auch schon hoffen?

  • Wir haben die erste Phase der Corona Krise überstanden.
  • Die Ausbreitung des Virus wurde gebremst. Die Beschränkungen werden nun leicht gelockert.
  • Noch aber ist unklar, wie lang die Krise dauern wird.
  • Wann es einen Impfstoff geben wird? Ob und wann der Virus noch einmal aufflammt?

Wir werden also noch Geduld brauchen.
Auch damals war Geduld von Nöten. Es dauerte vom Edikt des Kyros noch 23 Jahre bis der Tempel wieder errichtet werden konnte, und über 100 Jahre bis die Mauern Jerusalem wieder aufgebaut waren. Seine politische Größe hat das Königreich Juda nie wieder erlangt.
Es hat also guten Grund, wenn der Prophet sagt:

30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; 31 aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Wir brauchen also viel, viel Geduld, um die Krise durch zu stehen, damals wie heute.

Wie kann uns Gott Geduld und Kraft geben

Einbindung in religiösen Gemeinschaften stärkt die psychologische Wiederstandsfähigkeit

Die Fähigkeit Krisen zu überstehen wird heute als Resilenz bezeichnet. Resilenz ist die

Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Einbindung in eine religiöse Gemeinschaft die Resilenz steigert. Dies geschieht dadurch, dass Menschen sich in religiöse Gemeinschaften gegenseitig helfen, Glauben und Wertvorstellungen stabil zu halten.

Der wachende Gott

Wie das geschehen kann, wird sehr gut an unserem Predigtext deutlich. Der Prophet erinnert seine Höhrer daran, wer Gott ist.
Es könnte ja sein, das man Angesichts einer Krise davon ausgeht, dass Gott schläft, dass er sich abgewendet hat. Die aktuelle Krise lässt uns an Gott zweifeln:

27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«?

Diesem Zweifel ruft der Prophet das Bild in Erinnerung, dass Gott vollständig Herr der Lage ist:

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.

In einer Krise könnte man meinen, dass Gott die Welt verlassen hat und dass die Krise damit leer und sinnlos ist.
Wir können den höheren Sinn einer Krise oft nicht verstehen, aber nur deshalb, weil

sein Verstand ist unausforschlich.

ist.
Nein Gott hat sich nicht abgewendet. Er schläft und schlummert nicht. Er ist gerade in Krisenzeiten am Werk. Er schafft und wirkt an unserem Heil.

Die Umdeutung der Krise

Diese Vorstellung hilft uns die Krise umzudeuten und sie als Anlass zur Entwicklung zu nutzen.
Natürlich kannn nicht jede/r diesen Weg im gleichen Maße mitgehen. Wenn man gerade einen geliebten Menschen verloren hat oder die eigene wirtschaftliche Existenz bedroht ist, wird man nur sehr schwer, einen positiven Zugang zu einer Krise finden können. Man ist dann ganz auf die Solidarität der Anderen angewiesen, die einen durch die Krise mittragen.
Trotzdem werden die meisten zustimmen, dass unsere Gesellschaft dringend Veränderung braucht. So wäre es über kurz oder lang nicht weiter gegangen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen.

  • Wir können uns auf das Wesentlche besinnen.
  • Innerlich zur Ruhe zu kommen.
  • Der gesellschaftlichen, wie der gloabalen Entwicklung eine neue Richtung zu geben.

Dass Gott dabei nicht schläft und schlummert und am Wirken ist, gibt uns selbst Kraft und Mut, uns auf diese Entwicklung einzulassen.

Offene Fragen

Trotzdem bleiben natürlich viele Fragen offen: Wie wirkt Gott in der Coronakrise? Hat er etwas gar den Virus als Strafe geschickt?
Der Prophet verstandt jedenfalls die Zerstörung Jerusalems als Strafgericht:

Jesai 40,2 Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des Herrn für alle ihre Sünden.

Eine solche Vorstellung ist uns heute fremd geworden. Wir reden lieber vom lieben Gott und dort wo wir ihn nicht mehr verstehen können dann wie der Prophet davon, dass

sein Verstand unausforschlich (ist).

Von dem verborgenen Gott, wie Luther es sagen würde. Wir können manches oft nicht verstehen, ganz besonders, was unsere eigenen Lebensläufe und unsere Schicksalsschläge angeht. - Aber dann gilt um so mehr, daran fest zu halten, dass Gott nicht schläft, dort wo wir müde und schwach werden. Dass er weiterarbeitet, wo wir überhaupt nicht mehr wissen, welcher Schritt als nächstes zu tun ist.

Das Beste kommt noch

Was die Auferstehung Christi in Zukunft bringt

Predigttext

Der Predigttext für den heutigen Ostersonntag steht im 1. Korintherbrief Kapitel 15.

19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. 20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. 23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; 24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. 25 Denn er muss herrschen, bis Gott ihm»alle Feinde unter seine Füße legt«. 26 Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. 27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan«. Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. 28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Die Frage nach dem ewigen Leben

Unser Predigttext beginnt mit einer provozierenden Aussage:

19 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.

Paulus warnt davor, alle Hoffnungen und Erwartungen nur auf das irdische Leben zu setzen. Diese Warnung ist aktueller als zuvor. Wenn wir die Erfüllung all unserer Erwartungen und Wünsche nur in diesem Leben erhoffen, überfordern wir uns total. Wir setzen uns und unsere Mitmenschen unter Druck. Es muss dann in dieses irdisches Leben alles hineingepackt werden, was geht.
Man erwartet zum Beispiel von seinem Lebenspartner, dass er oder sie alle Wünsche und Bedürfnisse erfüllt. Das kann der oder die natürlich nicht leisten und so zerbrechen an dieser Überforderung viele Beziehungen.
Wenn wir zuviel von diesem Leben erwarten, und noch eine große Wunschliste offen haben, fällt es uns natürlich schwer unseren Tod anzunehmen. Wir klammern uns dann an dieses irdische Leben. Wir verdrängen den Tod.
Dann macht uns eine Bedrohung wie die Corona-Epedemie bewusst, dass unser irdisches Leben endlich ist. Diese Bedrohung ruft in uns dann eine Unruhe hervor. "Was wäre, wenn ich oder meine Angehörigen an dieser Infektion sterben würden?"- "Ich hätte doch noch so gerne...."- "Ich müsste doch noch...." - "Dann könnte ich doch nicht mehr"
Der Virus macht uns klar, was eigentlich immer gilt. jeder Tag unseres Lebens könnte der Letzte sein.
Als Christen können wir uns dieser Tatsache getrost stellen: Denn einerseits dürfen wir daran glauben, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Ja vielmehr wir dürfen erwarten: Das Beste kommt noch. Denn wir werden in der Ewigkeit mit Gott vereint sein. Und der Tod ist für uns nichts anders als der Übergang in ein anderes Zimmer.
Anderseits wurde vielen Christen in der Nachfolge Christi bereits ein erfülltes Leben hier auf Erden geschenkt. Sie haben bereits hier auf Erden mit Jesus in enger Verbundhenheit gelebt. Was sollte sich also durch den Tod ändern, als dass sie noch enger mit Gott vereint sind.

Was auf uns zukommt

Der Apostel entwirft in seinem Predigtext eine Schau dessen, was uns erwartet:

Die Auferstehung Christi ist der Beginn der neuen Welt

20 Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. 21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.

So wie Adam der Modellmensch ist für die alte Schöpfung, so ist Christus Modellmensch der neuen Schöpfung.
Adam das heißt auf hebräisch Mensch. Adam steht für uns alle, für Männer und Frauen. Geschöpfe Gottes. Aber im Hebräischen wird der Name vom "Acker" abgleitet. Der Mensch ist wörtlich der vom Erdboden genommene. Ohne den lebensspenden Geist Gottes wird der Mensch zu dem was er ohne Gott ist, Staub von der Erde. Der Name "Adam" drückt also schon seine Sterblichkeit aus. Und weil sich der Mensch im Sündenfall von Gottes lebensspenden Geist getrennt hat, ist und bleibt er sterblich, dem Tode verfallen.
Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz, die Macht der Sünde gebrochen, dadurch konnte Gottes Geist in neuer und unvergleichlicher Weise in der Welt wirken. Ja Paulus schreibt, dass die Auferstehung selbst durch Gottes Geist gewirkt worden ist.

3 von seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, 4 und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten. (Römer 1,3-4)

Die zeitliche Abfolge der Auferstehung

23 Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; 24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat.

Es sind also drei Ordnungen oder Gruppen, die aufeinanderfolgen:

  1. Jesus als der Erste, der auferstanden ist.
  2. Die welche Jesus angehören sind die, die bei seiner Wiederkehr auferstehen werden.
  3. Und schließlich das Ende dieser irdischen Welt an dem alle auferstehen werden.
    Über die zeitliche Reihenfolge steht noch viel in der Bibel, z.B. in der Offenbarung des Johannes. Viel kann man darüber nicht sagen. Wir befinden uns irgendwann, zwischen 1 und 2.

Gott wird sein Alles in Allem

Wichtiger noch als die Frage der zeitlichen Reihnfolge ist die Frage des Endzustandes.

24 danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. 25 Denn er muss herrschen, bis Gott ihm»alle Feinde unter seine Füße legt«. 26 Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. 27 Denn »alles hat er unter seine Füße getan«. Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. 28 Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Was bleibt übrig? Jesus wird sich alles unterwerfen und wird danach all seine Macht an Gott den Vater zurück geben.
Das gilt politisch: Alle politischen Mächte und Gewalten werden ihre Bedeutung verloren haben.
Das gilt metaphysisch: Alle natürlichen und übernatürlichen Mächte und Gewalten werden ihre Bedeutung verloren haben. Dazu zählt auch der Tod, und heute ganze besonders das Coronavirus.
Und es gilt persönlich: Jeder Mensch und damit auch ich wird aufhören gegen Gott zu rebelieren. Wir werden wie Jesus den Willen Gottes aus ganzem Herzen und ungeteilt tun. Dadurch werden wir durch Jesus mit Gott vollkommen eins sein.
Diese Vorstellung ist deshalb so wichtig und heilsam, weil sie uns hilft uns selbst und die Welt in der wir leben, nicht mehr so wichtig zu nehmen.

Heute aus dem Morgen leben

Das Beste kommt noch- Daran glauben wir Christen, auch wenn wir noch nicht verstehen wie und wann es kommt.
Diese Zukunftsperspektive befreit uns aus den Engführungen der Gegenwart.
Wir brauchen weder dem allgemeinen Fortschritsglauben hinterher zu laufen. Er ist jetzt durch und durch erschüttert. Denn wir glauben, dass die Welt erst durch die Wiederkunft Christi vollendet wird.
Noch brauchen wir zu befürchten, dass die Corona Krise, oder eine andere Krise das Ende ist. Weil am Ende Jesus steht. Weil wir von der kommenden Welt her leben, in der Christus herrschen wird, können wir als Christen in großer Freiheit und Gelassenheit im Heute leben.

Wenn alles anders wird

Wenn alles anders wird

Verwänderung, was heißt das? - Das es ist nicht mehr so ist, wie es einmal war.

Wir sind umgezogen

Ich bin mit meiner Familie umgezogen, von Memmingen/Steinheim nach Augsburg. Es war ein langer Prozess. Noch bevor der Umzug ganz sicher war, bin ich voller Unruhe durch die alte Wohnung gegangen und habe überlegt, was alles mit muss. Dann die ersten Besuche im neuen Haus mit dem Meterstab in der Hand. Pläne wurden gemacht und wieder verworfen. Dann das lange Warten auf den Umzug. Wie oft sind wir jedes Zimmer durchgegangen, bis alles in Kisten verpackt und augemistet war. In der Nacht, bevor die Umzugswagen kamen, habe ich kaum geschlafen. Jetzt sind wir da, die Einrichtung im neuen Haus hat Gestalt angenommen. Die Erinnerung an die alte Wohnung schwinden. Die letzen Bilder, die in Erinnerung bleiben, sind nur noch leere Zimmer.

Unser Leben braucht Veränderung

Ein Tapetenwechsel tut gut sagt man. Veränderungen lassen uns kreativ werden, sie setzen neue Kräfte frei. Allerdings sind sie immer wieder durch Phasen der Unsicherheit gekennzeichnet.
Unser Leben braucht deshalb von Zeit eine Veränderung. Es war uns schon seit einigen Jahren klar, dass es so in Steinheim nicht mehr weitergehen würde. Aber wir wussten icht genau, wann und wie die Veränderung kommen würde. Wir planten auf jeden Fall noch zu bleiben, bis unser Sohn dass Abi macht.
Der Umzug hat natürlich enorme Kräfte freigesetzt. Oft haben wir bis zur Erschöpfung gearbeitet. Und es blieb natürlich die Angst und Unsicherheit, wie es wird im neuen Zuhause und ob der Umzug in Zeiten von Corona überhaupt stattfinden kann.

Die Coronakrise

Auch die Coronakrise geht mit großen Veränderungen einher. Krise bedeutet immer eine Zeit der "Enscheidung". Man weiß noch nicht, wie es ausgeht, wohin die Verändung geht. Ob sie sich zum Guten wendet, oder ins Negative abkippt.
Aber für den aufmerksamen Beobachter war es schon seit langem klar, dass es ewig so nicht weitergehen konnte. Es war nur nicht klar, woher und wodurch die Veränderung kommen würde. Ein große kriegerische Auseinandersetzung im nahen Osten oder ein atomarer Konflikt mit Nordkorea? Eine Ebolaepidemie? Ein terroristischer Anschlag mit nuklearem oder biochemischen Material? Gegen all diese möglichen Schreckenszenarien der Coronavirus weniger bedrohlich. Seine Ausbreitung lässt sich mit relativ einfachen Mitteln wie Hygiene mit Seife und Kontaktreduzierung bremsen. Was sich heute abschätzen lässt, haben wir die Ausbreitung der Epedimie zumindestens bei uns im Deutschland im Griff. In anderen Ländern mit einemweniger gut organisiertem Gesundheitswesen sieht es da leider ganz anders aus.
Die Corona- Krise bedeutet für jeden von uns eine große Veränderung. Und darin liegt die Chance. Wir haben es als Gesellschaft noch und Gott sei Dank, selbst in der Hand, was wir aus dieser Krise machen. Dass der weltweite CO2-Austoß zurückgegagen ist (der billigere Benzipreis ist dafür ein untrügliches Anzeichen), gibt zu denken. Was vorher viele Konferenzen und Absichtserklärungen nicht geschafft haben, ist einem kleinem Virus gelungen.

Karfreitag und Ostern sind Veränderung

Auch Karfreitag und Ostern bedeuten Veränderung. Rein historisch bedeutet sie die Geburtstunde des Christentums. Ohne sie hätte es das Christentum, die Kirche und das christliche Abendland nicht gegeben.
Für Jesus bedeutet es Veränderung.

Heb. 5:8 So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.

So schreit es der Hebräerbrief. Was Leiden und Sterben für ihn bedeutet hat, dass können wir erahnen und es wird uns in diesen Zeit noch einemal neu bewusst. Was aber jenseits unser Erfahrung liegt, ist die Veränderung, die mit Jesus an Ostern passiert ist. Ewiges Leben über den Tod hinaus, in der Nähe Gottes.
Auch die Jünger haben eine große Veränderung erlebt. Sie hatten vor der Kreuzigung große Erwartungen an Jesus. Durch den Messias sollte alles anders werden auf dieser Erde, so dachten sie. All diese Erwartungen wurden dann zunächst bitter enttäuscht, als sie sehen mussten, dass Ihr Meister gefangengenommen, verurteilt und gekreuzigt wurde. Sie selbst waren ohnmächtig, hilflos und verwirrt. So wie Petrus, der auf ganzer Linie versagte, als er Jesus dreimal verleugnete. Es war für die Jünger die größe anzunehmende Katastrophe (GAU), was da passierte.
Hier setzt nun Ostern ein. Ostern brachte die Veränderung. Karfreitag war das Ende, Ostern der Neuanfang.
Gerade deshalb ist Ostern jetzt so wichtig. Egal, ob sie nun an die metaphysischen Auswirkungen von Ostern glauben oder nicht, es ist und bleibt das größte Hoffnungszeichen unseres christlichen Abendlandes.
Wir dürfen durch Ostern glauben und hoffen, dass es ein "Danach" gibt. Eine Zeit, wo das Leben wieder zu seiner Normalität zurückkehrt. Eine Zeit, in der Tod und Leid zu mindestens vorerst wieder hinter uns liegen und wir uns wieder am Leben an seiner ganzen Fülle und Breite wieder freuen können.