Pfingsten

Pfingsten Apg 2,1-18

Hören sie hier den soundtrack

Was ist los?

Jesus ist fort

  • gespannte Erwartungen

  • Furcht vor Verfolgungen

  • verschließen sich im Raum

Gedanken der Jünger

  • War es das jetzt?

  • Werden wir alle sterben, wie Jesus?

  • Was hat das allles zu bedeuteten?

Mischung aus Furcht und Hoffnung

Das Ereignis

Äußere Zeichen

Brausen vom Himmel

  • Geist als Wind

1Kön 19,12 Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.

erfüllte das ganze Haus

2Chr 7,1 Und als Salomo sein Gebet vollendet hatte, (a) fiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer, und (b) die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus,

Feuerzungen

  • reinigende Kraft

Auswirkungen

  • Coming out
  • Überwindung der Frucht
  • Vom Zweifeln zum Bekennen
  • Vom Schweigen zum lauten Sprechen
  • Vom Nichtverstehen zum Verstehen
  • Die Sprachbarieren die aus der Sicht der Bibel seid dem Turmbau von Babel entstanden sind werden überwunden

Deutung

  • schon damals umstritten

sie sind voll des süßen Weins

  • Braucht der Ausdeutung durch die Predigt und das Alte testament

  • Petrus beruft sich auf den Propheten Joel

Ap. 2,16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist: 17 »Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, daß ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Traumgesichte haben; 18 und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen.

Damit wird deutlich: Was hier passiert ist Gottes Werk. Es sind nicht ein paar Verrückte die ausflippen. Es ist vorhergesagt. Und jetzt ist es erfüllt.

Wie gehen wir heute damit um?

Haben charismatische Erfahrungen in der Großkirche überhaupt ihren Platz?

Ich habe schon viel gehört in unser bayerischen Landeskirche

  • Das hat hier bei uns keinen Platz
  • Das hat hier keine Tradition

Ist das nur etwas für die Pfingstkirchen oder charismatische Sondergruppen

  • Sind wir nur eine Kirche des Wortes

  • die sich nicht auf eine zweideutige Erfahrung einlässt?

Warum aber steht das dann in der Bibel?

  • im AT und NT wird über den Geist berichtet?

der durch die Propheten gesprochen (heißt es im Nicaenum)

zudem ist Pfingsten doch die Geburtsstunde unserer Kirche?

  • jeder Kirche

  • und damit auch der Lutherischen

Der Gehalt - Pfingsten als soziale Erfahrung

sie waren zusammen an einem Ort

keine mystische Einzelerfahrung

Dass der Heilige Geiste einzelne Menschen tief berührt.
Das er ihnen tief ins Herz spricht
Ihnen Jesus ganz nahe bringt
Das kommt auch vor, jeden Tag
Und es damals zu Pfingsten auch passiert
Aber das Besondere war, dass sie es alle zusammen erfahren haben.

Unterscheidet sich auch von der Zugenrede, die Paulus erwähnt= Sprachwunder

  • individuelle Gabe
  • Engelsprache
  • dient der eigenen Auferbauung

eine öffentliche Erfahrung

  • sie findet nicht mal in einem Gebäude sondern aufe einem öffentlichen Platz statt
  • alle können das Evangelium hören
  • alle können die Jünger sehen

begleitet durch die Predigt

sie hat Auswirkung auf die Kirche: positiv

  • keine Spaltung
  • Zuwachs von Gläubigen

Wo machen wir diese Erfahrung heute?

Wir haben alle positive Erfahrungen mit Gemeinschaft, sonst wären wir heute morgen nicht hier

  • Beim Gottesdienst
  • Feste (Jakoberkirchweih)
  • Bibelfrühstück
    Und wir vermissen diese Art von sozialen Kontakten jetzt gerade sehr

Aber wir lieben Veranstaltungen, wo wir uns sicher fühlen

Ein gutes Beispiel dafür ist unser traditioneller liturgischer Gottesdienst

  • es ist alles geregelt
  • bis auf das Singen der Lieder (und das ausführliche Singen vermissen wir jetzt besonders)
  • ich brauche, wenn ich nicht will, nichts Persönliches von mir preisgeben
  • ich kann die Türen meines Herzens verschlossen halten, wie die Jünger ihre Türe verschlossen hatten aus Angst vor den Juden

Wir sind schon sehr merkwürdige Wesen

Wir sehen uns nach tiefer echter Gemeinschaft

  • Wir brauchen Beziehungen
  • Unser Gehirn ist darauf angelegt
  • gerade in Zeiten des social distancing wird uns das neu bewust
  • wir haben einen Hunger nach sozialer Nähe

Aber gleichzeitig haben wir davor Angst

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß

  • Angst voreinander
  • Angst sich bloss zu stellen
  • Angst, das Falsche zu sagen
  • Angst vor religiöser Erfahrung

eigenes Thema:

Durch die Erfahrung er Vergebung durch Jesus Christus am Kreuz wird die Angst überwunden. Auch das ist das Werk des Hl. Geistes. Erlösung und Versöhnung

So bleibt Pfingsten aktuell

  • Es ruft uns auf zu gemeinsam Warten, Hoffen, Beten, wie die Jünger amals

  • Darum zu bitten, dass wir unsere Angst voreinenader überwinden

  • Pfingsten gibt uns die Hoffnung , dass Gottes Geist uns verbindet und uns tiefe Gemeinschaft schenkt.

  • Dass Gott es ist, der die Kirche am Lebe erhält durch und in seinem Sohn Jesus Christus, dessen Geist in uns lebt. Amen

Der unfassbare Hl. Geist

Was mich am Hl. Geist ärgert, ist dass er so unfassbar ist.
Wenn es um Jesus geht, dann haben wir umfangreiches Material in den Evangelien. Eine historische Persönlichkeit. Manches mag zwar umstritten sein, aber wir haben ihn immerhin.
Auch bei Gott dem Vater gibt es einiges zu bereden. Es geht ja darum, ob und wer die Welt erschaffen hat.
Aber beim Geist. Er ist geradzu glitschig, nicht umsonst wird er ja mit Wasser verglichen, er ist flüchtig wie der Wind und fliegt wie eine Taube davon.
Mein ganzes Leben bin ich jetzt schon auf der Suche nach ihm. Forsche, frage, erfahre und scheine doch nicht weiter zu kommen.

Geist als empirischer Begriff

Man kann ihn noch eingermaßen als ein individuelles und interpersonelles Phänomen beschreiben. Neurologisch und soziologisch gibt es darüber viel zu sagen. Doch leider finde ich dazu in vielen Theologiebüchern nichts. So wird das Menschliche oft ausgeklammert. Und viele sind über diese Falle gestolpert in dem sie menschliche Phänomene mit dem Etikett "heilig" versehen haben.
Man meinte es wäre ein göttliches Phänomen und landet dann doch wieder auf dem Boden der irdischen Wirklichkeiten. Das ist Geist als empirischer Begriff.
Hier lasssen sich tatsächlich einfache Aussagen machen: Geist ist wenn es fließt. Wenn es einfach ist. Wenn ich mich, wenn wir uns leicht und unbeschwert fühlen. Geist das ist der Flow.
Es geht dabei um zentrale Fragen des ganzheitlichen Wohlbefinden eines Menschens. Und es werden dabei wichtige Fragen der Selbssteuerung des Menschen berührt.

Geist als virtueller Begriff

Doch das, was die Bibel und die altkirchlichen Bekenntnise über den Geist lehren, ist noch mal etwas ganz Anderes: der Geist ist keine menschliche Dimension, sonder eine Dimeinsion des Göttlichen. Er ist nicht nur eine unpersönliche Naturkraft, sondern hat an Gottes Personalität Anteil. Damit ist der Geist nicht nur Erfahrung, sonder ein virtueller Begriff, ein Symbol. Es interpretiert Erfahrungen und es verändert Erfahhrungen. Allerdings sind diese Pneumatologien mit Vorsicht zu genießen. Denn sie machen es kompliziert.
Sie sind deshalb nur noch bedingt für Selbststeuerungsprozesse verwendbar.

Das Vaterunser

Das Vaterunser

Predigttext

Matth 6,6-15 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 9 Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. 11 Unser tägliches Brot gib uns heute. 12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.] 14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. 15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Die Mitte der Bergpredigt , das Leben in der Mitte gerahmt von Gott

Vaterunser nimmt eine zentrale Stelle in der Bergpredigt ein

Es liegt genau in der Mitte
Damit ist das Gebet das zentrale Thema der Berpredigt
Und Gebet sollte das zentrale Thema unseres Lebens sein

Komposition des Vaterunser

Unser Leben umrahmt, gerahmt von Gott
Aussage von Gott am Anfang und am Schluss
Dazwischen Aussagen, die um unser Leben gehen

In der Mitte steht das Leben, so wie es ist

Der Kampf und das tägliche Brot

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir zu Essen haben

Oder man könne in unseren unischeren Coronazeiten auch sagen:

  • Wir leben von einem Tag auf den anderen

Man weiß wie abhängig man ist

  • Wenn man von einem Tag auf den andern plant
  • wenn man auf Arbeitssuche ist
  • Wenn man durch eine Krankheit nicht weiß, was morgen kommt
  • oder eben jetzt in Coronazeiten, nicht weiß was der nächste Tag bringt

Situation der Tagelöhner

  • Andere Übersetzung: gibt uns heute das Brot für morgen
  • Von einem Tag auf dem anderen leben

Der Kampf um Schuld und Vergebung

oder man könnt auch sagen; die Sorge um gute Beziehungen
denn Bezieungen sind immer wieder bedroht

Schuld passiert

  • Menschen verfehlen sich an die Liebe zueinander

Wir sind aufgefordert zu vergeben

Aber es sind nicht nur die andere die Mist bauen

  • Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet
  • Splitter und Balken
  • Jesus warnt später in der Bergpredigt davor, die Schuld nur bei den andern zu sehen

Und vergib uns unsere Schuld

  • Die eigene Schuld, die eigenen Fehler zu sehen
  • Das ist oft schwierig

Der Kampf gegen Versuchung und das Böse

Wir sehen Versuchung oft als harmlos an

  • Süße Versuchung: Schockolade

Warum tun Menschen immer wieder das

  • Was sie eigentlich nicht tun sollten
  • Selbst nach bestem Gewissen nicht
  • Und trotzdem hauen sie in die Kerbe und tun das, was nicht gut und richtig ist?

Wer der Versuchung nachgibt

  • Liefert sich dem Bösen aus
  • Begibt sich in Abhängigeiten
  • Und braucht dann tatsächlich Erlösung

Wieder ist die Bibel, wie wir so oft gesehen haben sehr realistisch

Sie weiß um die Wirklichkeit des Lebens

wie z.B. auch die Seligpreisungen

  • Selig sind die Leid tragen
  • Selig sind die hungern und dürsten nach der Gerichtigkeit
  • Selig sind verfolgt werden

Das ist also das Leben, unser Leben

  • Es ist Angst und Sorge
    • Um das tägliche Brot
    • Um das tägliche Überleben
  • Es ist die Suche nach Liebe und Annahme
    • Inmitten von Schuld
    • Und Verletzungen
  • Es die Suche nach Heil und Bewahrung
    • Inmitten von Versuchung
    • Und unguten Kräften die auf uns einwirken

Ist es also eine Alternative dieses leben von Gott rahmen zu lassen

Das Vaterunser stellt unser Leben noch mal in ein neues Licht

Wie in der Bergpredigt

Matth 5,2 ff: Selig sind die Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden
Selig sind die hungern und dürsten nach Gerechitkgeit, denn sie sollen satt werden
Selig sind die um der Gerechtigkeit weil Verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich

Matt. 6:34   Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.«

Gebete ist immer wieder der bewusste Handlung unser Leben in diesen Rahmen zu stellen

Ein Reframaming wie die Psychologen sagen

Es braucht dazu nicht viele Worte

In vier einfachen Bitten legen wir unser ganzes Leben vor Gott

  • Gibt uns unser täglich Brot
  • Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
  • Und führe uns nicht Versuchung
  • Sondern erlöse uns von dem Bösen

Gebet ist

  • Gott unser Leben vor die Füße zu legen
  • Ihn in unser Leben einzulassen

Gleichzeitig geschieht damit aber auch eine Verschiebung

"dein" nicht "mein"

  • dein Name werde geheiligt
  • dein Reich Komme
  • dein Wille geschehe
  • denn dein ist das Reich….

und eben nicht

  • mein Name werde hochgejubelt
  • meine Herrschaft über Dinge und Menschen
  • mein Wille

Die Anrede

Vater

  • aramäisch Abba
    • Richtige Übersetzung ist Papa (JMEM)
  • einmalige nur von Jesus so gebrauchte Anrede
  • Nähe Gottes zu seinen Kindern
  • Ausdruck der Fürsorge und Liebe
  • aber auch unsere Verantwortung als seine Kinder

unser

  • nicht nur mein Vater
  • auch der Vater des anderen
    • der Arbeitskollegen den ich nicht mag
    • der Schulkamerad, der mich ärgert

Vaterunser spiegelt unser Leben

In der Mitte steht unser Leben

  • Ein sehr zerbrechliches Leben, wie wir gesehen haben
  • Das der Fürbitte bedarf
  • In dem aber auch Gottes Wille geschehen soll
  • Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden

Umrahmt ist dieses Leben aber im Vaterunser vom Blick auf Gott

  • Das Vaterunser wendet unsern Blick auf Gott
  • Auf den liebenden Vater
  • Aber auch auf dem dem alle Herrschaft und Ehre gehört
  • Auf den Gott, der unser Leben umgibt und trägt

Singen tut gut!

Eine Predigt zum Sonntag Kantate

Zum Mithöhren

Predigttext

2Chr. 5:2   Damals versammelte Salomo die Ältesten von Israel und alle Oberhäupter der Stämme, die Fürsten der Geschlechter der Söhne Israel, nach Jerusalem, um die Lade des Bundes des HERRN heraufzuholen aus der Stadt Davids, das ist Zion. 3 Und alle Männer von Israel versammelten sich zum König an dem Fest [im Monat Etanim], das ist der siebte Monat. 4 Alle Ältesten von Israel kamen. Und die Leviten trugen die Lade. 5 Und sie brachten die Lade hinauf, dazu das Zelt der Begegnung und alle heiligen Geräte, die im Zelt waren. Die Priester [und] die Leviten brachten sie hinauf.
( 6 Und der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die sich bei ihm eingefunden hatte [und] vor der Lade [stand], opferten Schafe und Rinder, die vor Menge nicht berechnet und nicht gezählt werden konnten. 7 Und die Priester brachten die Lade des Bundes des HERRN an ihren Platz, in den Hinterraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim. 8 Denn die Cherubim breiteten die Flügel aus über den Platz der Lade, und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her. 9 Und die Stangen waren so lang, daß die Enden der Stangen vom Heiligen aus vor dem Hinterraum zu sehen waren. Aber nach außen waren sie nicht sichtbar. Und sie sind dort bis zum heutigen Tag. 10 Nichts war in der Lade als nur die beiden Tafeln, die Mose am Horeb hineingetan hatte, als der HERR [einen Bund] schloß mit den Söhnen Israel, als sie aus Ägypten zogen.. 5:11   Und es geschah, als die Priester aus dem Heiligen hinausgingen - denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne sich an die Abteilungen zu halten )
12 und als die Leviten, die Sänger [waren], sie alle, nämlich Asaf, Heman, Jedutun, ihre Söhne und ihre Brüder, in Byssus gekleidet, mit Zimbeln und mit Harfen und Zithern an der Ostseite des Altars standen und bei ihnen etwa 120 Priester, die auf Trompeten trompeteten, - 13 und es geschah, als die Trompeter und die Sänger wie ein [Mann waren], um eine Stimme hören zu lassen, den HERRN zu loben und zu preisen, und als sie die Stimme erhoben mit Trompeten und Zimbeln und Musikinstrumenten beim Lob des HERRN: Denn er ist gütig, denn seine Gnade [währt] ewig! - da wurde das Haus, das Haus des HERRN, mit einer Wolke erfüllt. 14 Und die Priester konnten wegen der Wolke nicht hinzutreten, um den Dienst zu verrichten. Denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

Ein gewaltiger Gottesdienst damals

Welch ein gewaltiger Gottesdienst?
Wieviele Menschen mögen es wohl gewesen sein?

  • Alle Ältesten,
  • alle Oberhäupter,
  • alle Männer Israels!
  • Und sicherlich auch noch viele Frauen und Kinder!

In Coronazeiten wäre das gar nicht erlaubt.
Und welch ein freudiger Anlass?

  • Ein Tempelweihfest,
  • ein Kirchweihfest!

Feierlich wird die Bundeslade in einem großen Festzug in den Tempel geholt.
Welch ein gewaltiges Ensemble:

  • 120 Priester mit Trompeten.

Auch das wäre heute in Coronazeiten gar nicht erlaubt. Blasinstrumente sind verboten, nur kleine Vokalensembles mit vier Spielern.
Und welch ein überwältigender Gesang!

"Denn er ist gütig und seine Gnade währet ewig"

Und welche außergewöhnliche Wirkung !
Die Herrlickeit Gottes erscheint.
Sie heißt auf habräisch Kabod, wörtlich die Schwere.
Diese Kabod, war so stark zu spüren, dass die Priester nicht näher treten konnten.

Ein dürftiger Gottesdienst heute

Tja, das war damals und bei uns heute?
Heute ist Sonntag "Kantate"- zu deutsch "Singet"

  • Wir dürfen nur wenige Strophen singen.
  • Die Masken behindern uns dabei.
  • Wir müssen mit zwei Meter Abstand sitzen.

Das erinnert uns an die Worte von Paulus

2Kor. 4:7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.

Irdene Gefäße das sind Gefäße aus Ton.
Die sind kaputt, wenn sie runterfallen.

Ja die Zeichen von Corona in unser Kirche sind sehr irdisch:

  • Masken,
  • markierte Bänke,
  • Desinfektionsmittel.

Sie machen uns deutlich, wie verletzlich und irdisch, wir alle sind!

  • Wie sehr uns Leben von einem kleinen Virus bedroht ist.
  • Wie sterblich wir doch alle sind.

Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zum Staube

So spreche ich es bei jeder Beerdigung am Grab

Die Herrlichkeit Gottes ist auch heute da

Und doch ist sie auch heute da: Die Herrlichkeit Gottes!
Wir spüren sie hier in unser vertrauten Jakobskirche.
Genau können wir es auch nicht sagen, was es eigentlich ist.

  • Sind es die Bilder an den Wänden?
  • Der Lichteinfall durch die Fenster?
  • Irgendetwas rührt uns hier an, tief in unserer Seele.

Deswegen haben wir sie ja auch so vermißt unsere Kirche, unseren Gottesdienst.

Die Herrlichkeit Gottes im Alten Testament

Von welchem Ort hören wir in unserem Predigttext?

Das Zelt der Begegnung

Die Bundeslade war ein Kasten, in dem die beiden Gebotstafeln aufbewahrt wurden.
Moses hatte sie von Gott persönlich auf dem Berg Sinai empfangen.
Über Jahrhunderte wurde die Lade mit den Tafeln in einem mobilen Heiligum, dem Zelt der Begegnung, transportiert.

  • Hier im Zelt der Begnung war Gott gegenwärtig.
  • Hier konnte Moses mit Gott reden.
  • Das Zelt der Begegnung zog mit dem Volk Israel durch die Wüste von einem Ort zum anderen.

Der Tempel in Jerusalem

Nun hatte König Salomon einen festen Tempel aus Stein gebaut.
Zur Einweihung des Tempels wurde die Bundeslade in das Allerheiligste des Tempels, die innere Tempelkammer gebracht.

  • Dort wurde sie für Jahrhunderte eingeschlossen.
  • Der Hohepriester durfte den Raum nur einmal im Jahr, am Versöhnungstag betreten.
  • Der ursprüngliche Inhalt der Kammer ging wahrscheinlich durch die Zerstörtung des Tempels durch die Babylonier verloren.

Die Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus

Der Vorhang im Tempel zerreißt

Was zur Zeit Jesu in der Kammer war, wissen wir nicht. Vielleicht war sie leer oder es stand dort nur eine Nachbildung.
Aber als Jesus am Kreuz starb, so schreibt es die Bibel, riss der schwere Vorhang, der die Kammer vom Hauptraum trennte entzwei:

Mark 15:38 Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.

Damit war die Herrlichkeit Gottes, die über Jahrhunderte verschlossen war nun wieder sichbar.

Und wir sahen seine Herrlichkeit

In Jesus Christus am Kreuz war sie zugleich enthüllt und verhüllt.
Da haben wir ihn wieder den Schatz in den irdischen Gefässen.
In Jesus Christus ist die Herrlichkeit Gottes sichbar.

Joh 1: 14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Im Stall von Bethlehem, in dem Wanderprediger aus Galliläa und am Kreuz von Golgatha.
Übeall dort ist Gott spürbar und sichbar, mitten in dieser Welt.

Das Geschenk der Gegenwart Gottes

Diese Herrlichkeit Gottes ist uns in Jesus Christus geschenkt.
Im zweiten Korinterhbrief redet Paulus davon, dass wir Gottes Herrlichkeit sehen dürfen und dadurch in Gottes Ebendbild verwandelt werden:

2 Kor 3: 18 Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.

Wenn wir Gott begegnen, dann passiert etws mit uns.

  • Es kann hier in der Kirche geschehen.
  • Oder beim stillen Gebet und Bibellesen zu hause.

Aber was passiert da eigentlich?

Wir müssen ja in diesen Tagen viel auf die Hygiene achten.
Auf äußere Reinheit.
Aber was ist mit der inneren Reinheit?
Wer reißt uns immer wieder heraus aus unseren finsteren Herzenswegen?
Aus Unglaube, Verzweiflung, Angst, Lieblosigkeit?
Es ist Jesus Christus
Der Kontakt mit ihm verändert uns.
Wenn wir auf ihn sehen und hören, elektrisiert er uns.
Er energetisiert uns.
Denn wier sehen in ihm und durch ihm auf Gott selbst.

Was geschieht beim Singen?

Singen und die Herrlichkeit Gottes

Was hat nun all das mit Singen zu tun?
Warum wird Gottes Gegenwart in unserem Predigttext so stark, als alle zu Singen anfangen und die 120 Priester in ihre Trompeten blasen?
Es gibt viele Geheimnisse, die wir noch nicht verstehen.

Ps 22: 4 Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.

Singen verändert uns von Innen heraus

Forscher haben herausgefunden, dass sich die Gehirnfrequenzen einer musizierendne Band aneinander angleichen.
Während des Musizieren und Singens erfahren wir also eine Einheit auf tieferer Ebene
Etwas ergreift uns,
Etwas berührt uns tief drinnen.
Deswegen fordert uns Paulus auf:

Eph. 5:19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen

Auch Martin Luther an immer wieder in schweren Stunden zu seiner Laute gegriffen.
Und so gibt es ja auch sehr viele Musikinitativen in Zeiten von Corona: Mutmachsongs, Balkonkonzerte und über das Internet vernetzte Chöre

Unser Gesang heute nur ein Tropfen auf den Heißen Stein?

Wir dürfen heute nicht viele Verse singen.
Sie sind wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Unsere Seele dürstet nach Gott
Aber vielleicht sind ja gerade diese wenigen Strophen so unendlich kostbar.
Nehmen sie mit nach hause
Lassen Sie in ihrem Herzen weiterklingen oder singen sie laut weiter