Struktur

Zusammenfassung

  1. Aus Elementen und Beziehungen bilden sich Strukturen.
  2. Einfache Strukturen sind: ungeordnete Menge, Beziehung, Dreieck.
  3. Durch Beziehungen zwischen vielen Elementen bilden sich komplizierte Strukturen, wie das Netz, die auf Grund der vielen möglichen Beziehungen das Erfassungsvermögen unseres Verstandes übersteigen.
  4. Reihe, Kreis und hierarchische Struktur sind Strukturen, die wir durch ihre innere Ordnung begreifen können

Beispiele für Strukturen

Werden einzelnen Elemente mit Beziehungen verbunden, so entstehen daraus Strukturen.

Strukturen können zweidimensionale Graphiken und Darstellungen sein.. Hier z.B. ein Strukturbild des Themenbereichs Geschichte:

Eine Struktur kann aber auch dreidimensional sein, etwa eine Aufstellung von Gegenständen und Personen oder eine Skulptur.

Definition

Elemente, die durch Beziehungen miteinander verbunden sind, bilden eine Struktur.

Wichtig ist, eine Struktur enthält noch keine Bewegung, sie ist also immer eine Momentaufnahme oder ein Standbild.

Verschiedene Arten von Strukturen

Die ungeordnete Menge

Einfache (triviale) Strukturen: Beziehung und Dreiecksstruktur

Zwei Elemente, durch eine Beziehung verbunden, sind die einfachste denkbare Struktur.

Nimmt man ein weiteres Element hinzu, so entsteht eine Dreiecksstruktur: Drei Elemente, die durch drei Beziehungen untereinander verbunden sind.

Struktur

Das Netz als komplexe Struktur

Netz

Fügt man weitere Elemente hinzu, so wächst die Zahl der möglichen Beziehungen rasant an. Jedes neue Element kann mit allen bereits vorhandenen Elementen in Beziehung treten. Es bildet sich ein Netz mit vielen sich überkreuzenden Querverbindungen.  Als Beispiel kann das Wachstum einer fünfköpfigen Familie dienen.

Personen PersonenzahlNeue BeziehungenSumme aller Beziehungen
Mutter, Vater211
Mutter, Vater, 1. Kind323
Mutter, Vater, 1. Kind, 2. Kind436
Mutter, Vater, 1. Kind, 2. Kind, 3. Kind5410

Je mehr Beziehungen eine Struktur hat, desto komplexer wird sie, d.h. sie ist nur noch schwer für unseren Verstand zu erfassen und zu durchschauen. Um komplexe Strukturen zu ordnen, benötigt man ein „Ordnungs“ Element. Alle Strategien zur Reduzierung der Komplexität laufen dabei darauf hinaus, in eine Struktur Untermengen oder Sub-Strukturen einzuführen, um sie dadurch übersichtlicher zu machen.

Die Reihe als einfache geordnete Struktur

Z.B. lässt sich ein Maß einführen, mit dessen Hilfe man die Elemente einer Struktur ordnen kann. Beispiel: eine Menschengruppe stellt sich der Körpergröße nach auf. Eine solche Struktur heißt Reihe. Durch die Einführung eines Maßes ergibt sich eine Reihenfolge der Elemente.

Der Kreis als einfache geordnete Struktur

Eine weitere Möglichkeit ist die Anordnung der Elemente um ein Zentrum. Dies ergibt eine Kreisstruktur. In einer Kreisstruktur ist der Abstand aller Elemente zum Zentrum gleich groß. Es gibt keinen Anfang und kein Ende.

Eine Kreisstruktur eignet sich deshalb nur für eine relativ kleine Anzahl von Elementen, weil sonst die Abstände zum Zentrum riesig werden würden. Z.B. lässt sich eine runde Sitzordnung nur bis max. 50 Personen realisieren, weil sich sonst die Beteiligten kaum noch verständigen könnten.

Die hierarchische Struktur

Hierarchie kommt aus dem Griechischen und bedeutet eigentlich „heilige“ Herrschaft oder Priesterherrschaft. In dieser Herrschaftsform ist der Oberpriester für eine Reihe von Priestern verantwortlich, die wiederum ihrerseits ihre ihnen untergebenen Gehilfen haben. Die Struktur wird auch Baumstruktur genannt, weil sie sich wie ein Baum von einem Stamm in viele Äste und Zweige verästelt. Ebenfalls gebräuchlich ist der Name „Pyramide“ weil die Struktur von einer breiten Basis auf eine Spitze zuläuft.

Diese Struktur begegnet uns an vielen Stellen:

  • Die mittelalterliche feudale Gesellschaft mit einem König an der Spitze beruht auf diesem Ordnungsprinzip. 
  • Im Organigramm moderner Unternehmen spiegelt es sich wider. 
  • Computersysteme benutzen das hierarchische Dateiensystem (HFS), um Dateien auf Festplatten zu ordnen und zu verwalten. 
  • Gliederungen und Inhaltsverzeichnisse mit Titel-, Kapitel- und Unterüberschriften strukturieren sich nach diesem Prinzip.

Der Nachteil ist, dass Querverbindungen in dieser Struktur eigentlich nicht zulässig sind, D. h. zwei Elemente auf der gleichen Ebene dürfen nicht direkt miteinander kommunizieren, sondern nur über ihren „Vorgesetzten“. Das führt in Unternehmen oft zu langen Entscheidungswegen.